Adipositas – Epidemie des Wohlstands
Starkes Übergewicht kann zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2 führen. Weltweit leiden immer mehr Menschen unter chronischer Fettleibigkeit. International Health, das neue Geschäftsfeld der Münchener-Rück-Gruppe, bündelt die Erfahrungen von Erst- und Rückversicherer und arbeitet an Lösungen zur Risikominimierung.
Die Verbreitung von Adipositas, wie starkes Übergewicht oder Fettleibigkeit in Fachkreisen genannt wird, hat in den letzten Jahren besorgniserregende Ausmaße angenommen und ist für die Versicherungswelt eine der großen Herausforderungen der Zukunft. Diabetes Typ 2, Herzinfarkt, Schlaganfall und Dickdarmkrebs sind neben vielen anderen Begleiterkrankungen im überdurchschnittlichen Maße auf starkes Übergewicht zurückzuführen. Bei einer stark übergewichtigen Frau zum Beispiel ist das Risiko, an Diabetes zu erkranken, ungefähr 60-mal höher als bei einer Normalgewichtigen.
Der Risikofaktor Übergewicht liegt in den USA inzwischen weit über dem des Rauchens. Adipositas betrifft jedoch nicht nur die westlichen Industrienationen. Auch in Ländern mit starken Wachstum wie China oder Indien steigt die Zahl krankhaft Übergewichtiger. Chronische Fettleibigkeit ist eines der größten volksgesundheitlichen Probleme unserer Zeit.
Für den neuen Geschäftsbereich der Münchener-Rück-Gruppe International Health ist Adipositas eines der wichtigen Themen der Zukunft. International Health bündelt Kompetenzen und Erfahrungen von Erst- und Rückversicherer, um den Fragen des Gesundheitswesens weltweit erfolgreich zu begegnen. DKV und Münchener Rück haben in Zusammenarbeit mit der Tochtergesellschaft ArztPartner almeda AG Ursachen und Trends analysiert, das Risiko von Adipositas für den Gesundheitsmarkt identifiziert und Lösungsansätze entwickelt.
Was ist Adipositas?
Weltweit ist es am üblichsten, Körperfett mit der internationalen Kenngröße des Body-Mass-Index (BMI) zu messen. Er errechnet sich aus Körpergewicht und Körpergröße (BMI = kg/m2). Bei Normalgewicht liegt er zwischen 18,5 und 24,9. Ab einem BMI von 30 spricht man von Adipositas oder auch von Fettleibigkeit.
Adipositas ist kein vererbtes Schicksal, auch wenn dies bei Familien, in denen Eltern wie Kinder übergewichtig sind, den Anschein machen könnte. Unsere Gene haben sich seit Jahrhunderten nicht verändert – ganz im Gegensatz zur Zahl der stark Übergewichtigen. In den USA ist seit 1960 der Anteil von adipös Erkrankten von 13 auf über 30 % gestiegen. In Europa liegen die Werte nicht so hoch, jedoch sind ähnliche Tendenzen deutlich sichtbar. Sehr viele Fettleibige findet man in den arabischen Staaten. Auch in China gibt es immer mehr Fälle von starkem Übergewicht.
Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen. In Deutschland hat sich die Zahl der übergewichtigen Kinder seit 1980 mehr als verdoppelt. War es früher eher so, dass der Wohlstandsbauch im mittleren Alter wuchs, leiden heute schon 10-Jährige an Übergewicht. Das bedeutet eine 20 bis 30 Jahre längere Belastung des Organismus – mit allen gesundheitlichen Konsequenzen und drohenden Folgeerkrankungen.
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