Dr. Anne Zutavern
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nicht nur ein Männerproblem - Neue Leitlinien zur Prävention bei Frauen
Im März 2007 erschienen aktualisierte Leitlinien der American Heart Association für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen. In der Öffentlichkeit nimmt man diese Erkrankungen bisher primär als Gesundheitsrisiko für Männer wahr. Die Bedeutung für Frauen ist hingegen kaum bekannt.
Jedoch:
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für etwa ein Drittel der Todesfälle bei Frauen verantwortlich und damit die Haupttodesursache bei Frauen weltweit.
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In vielen Ländern (z. B. den USA) sterben an ihnen mehr Frauen als Männer.
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Zusätzlich zur hohen Sterblichkeit sind sie eine der wichtigsten chronischen Erkrankungen bei Frauen. Ungefähr ein Drittel der Frauen in den USA leben mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch in China sind bei Frauen die Hauptrisikofaktoren wie erhöhte Blutfette und Bluthochdruck sehr häufig. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen auch dort ein wesentliches Problem werden oder bereits sind.
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Bei steigender Lebenserwartung werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter zunehmen.
Nur wenige Frauen und noch zu wenige Ärzte nehmen Herz-Kreislauf-Erkrankungen als massives Gesundheitsrisiko für Frauen wahr. Viele häufig genutzte Maßnahmen zu ihrer Prävention beruhen auf Studiendaten, die bei Männern erhoben wurden. Bislang war daher nicht ausreichend klar, ob sie auch bei Frauen wirken. Inzwischen hat man viele klinische Studien zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen durchgeführt. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse wurden in die Neubewertung der Präventionsleitlinien für Frauen eingearbeitet.
Die aktuellen Leitlinien richten sich an Frauen über 20 Jahre. Im Wesentlichen wird das Risiko für Frauen, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, nun insgesamt höher eingestuft als früher. Die Präventionsempfehlungen sind jetzt größtenteils vergleichbar mit denen für Männer. Daher ist eines der wichtigsten Ziele der neuen Leitlinien, das Bewusstsein in der Öffentlichkeit, bei Frauen und Ärzten zu schaffen, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht nur Männer betreffen und dass ein Großteil dieser Erkrankungen durch Präventionsmaßnahmen zu vermeiden ist.
Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen sehr häufig sind, würden bereits kleine Erfolge in der Prävention die Gesamtmorbidität und Sterblichkeit maßgeblich reduzieren. Die dadurch verursachten Kosten sind beträchtlich. In den USA beliefen sie sich im Jahr 2006 nach Schätzungen auf 403 Milliarden US$ für Gesundheitskosten und Produktivitätsverlust und übertrafen damit die Kosten für Krebserkrankungen (190 Milliarden US$) und HIV (29 Milliarden US$) um ein Vielfaches.