Gesundheitscheck ja oder nein?
Das Ende des Dilemmas

Ein Rechenmodell der Münchener Rück hilft Lebensversicherern bei der Entscheidung

Ein Name, ein Antragsformular, eine Unterschrift – so beginnt häufig eine lebenslange Partnerschaft zwischen Versicherungsnehmer und Lebensversicherer. Ob diese Verbindung für die Assekuranz ein kostspieliges Risiko wird, hängt nicht zuletzt vom Gesundheitszustand des Antragstellers ab. Doch wann rechnen sich aufwendige Tests? Ein neues Entscheidungsmodell der Münchener Rück Leben gibt die Antwort.

Der Abschluss einer Lebensversicherung ist freiwillig. Doch verständlicherweise neigen besonders Personen mit erhöhtem Risiko dazu, sich abzusichern – etwa weil sie wissen, dass sie krank sind. Da das auf Dauer zu falsch kalkulierten Beiträgen und zu Verlusten führt, fordern Versicherer routinemäßig vor Vertragsabschluss medizinische Informationen vom Antragsteller – insbesondere bei höheren Versicherungssummen.

Jeder dieser Tests – beispielsweise ein EKG oder bestimmte Laborwerte – kostet Geld, doch wer als Versicherer darauf verzichtet, riskiert unter Umständen, mehr Geld zu verlieren. Was also tun? Die Münchener Rück Leben weiß Rat: Sie entwickelte ein neues Entscheidungsmodell, das genau festlegt, ab welcher Versicherungssumme sich Gesundheitstests lohnen, um als Lebensversicherer profitabel zu bleiben.

Schluss mit unwirtschaftlichen Entscheidungen

Bei den meisten Erkrankungen waren Risikofaktoren und Wahrscheinlichkeiten auch bislang bekannt, doch konnte niemand das vorhandene Einzelwissen systematisch zusammenführen und so Kosten und Nutzen von Gesundheitstests bewerten. Stattdessen waren die Risikoprüfer der Lebensversicherer auf ihre medizinische Sachkenntnis oder stark vereinfachte Rechenmodelle angewiesen.

Was das in der Praxis bedeutete, bringt Dr. Achim Regenauer, Chefarzt des Geschäftsbereichs Leben und Leiter des Kompetenzzentrums Biowissenschaften der Münchener Rück, auf den Punkt: „Ob der Gesundheitsstatus eines potenziellen Kunden kontrolliert wird oder nicht, entschieden Prüfer zumeist auf der Basis ihres gesunden Menschenverstands.“ Das konnte zu Entscheidungen führen, die nicht transparent, oft unwirtschaftlich und manchmal kaum plausibel waren – ein Dilemma, mit dem jetzt Schluss ist.

Das von Dr. Jürgen Becher entwickelte Modell stützt sich zur Entscheidungsfindung auf statistische Methoden und untersucht systematisch alle relevanten Informationen und deren Unsicherheitsfaktoren. Kein Zufall, denn der Arzt und Medical Consultant der Münchener Rück studierte medizinische Biometrie, eine Wissenschaft, die sich mit statistischen Methoden zur Auswertung medizinischer Daten beschäftigt.

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