Dr. Steven Shao, Hong Kong
Versicherung bei chronischer Hepatitis B in Asien
Die medizinischen Kosten, die der Krankenversicherung für Hepatitis-B-infizierte Personen anfallen, sind aufgrund von Komplikationen und der kostenaufwändigen medizinischen Behandlung häufig hoch. Die Festlegung der Infektionsphase und Differenzierung zwischen chronischer Hepatitis B und inaktiven Trägern ist für die Krankenversicherung von Hepatitis B daher entscheidend.
Die chronische Hepatitis B-(CHB)-Infektion ist die häufigste schwerwiegende Infektionskrankheit in Asien, die zur Leberzirrhose und zum Leberzellkarzinom führt. Weltweit gibt es ca. 350 Millionen Träger des Hepatitis-B-Virus (HBV). In vielen Regionen des Fernen Ostens, Afrika und den Pazifischen Inseln sind 5% bis 15% der Bevölkerung Träger des Hepatitis-B-Virus.
Die HBV-Infektion bei Asiaten tritt hauptsächlich in der frühen Kindheit auf. Nach mehr als 20 Jahren der Immuntoleranz folgt über eine unterschiedlich lange Zeitperiode die Phase der Immunclearance. Bei vielen Patienten kann sich das HBV weiterhin replizieren und eine Leberschädigung verursachen. In vielen Fällen kommt es zu einem schweren Leberschaden, einschließlich einer langsam fortschreitenden Zirrhose, auch bei inaktiven Trägern.
Precore-Mutante des HBV
Die Precore-Mutante des HBV ist ein Stamm des HBV-Virus mit einer Mutation im viralen Genom, die die Sekretion von Hepatitis Be-Antigen (HBeAg) verhindert. Mit der Precore-Mutanten-Hepatitis B sind weltweit bis zu ca. 50% der 350 Millionen chronischen Hepatitis B-Träger infiziert, und sie tritt am häufigsten in der Asiatisch-Pazifischen Region auf.
Die HBeAg-negative CHB galt anfangs als identisch mit der Precore-Mutanten-CHB. Bei manchen Patienten ist die Precore-Mutante des HBV nach einer Serokonversion nachweisbar, d.h. nach der Entwicklung von nachweisbaren Antikörpern im Blut, die sich gegen die Krankheitserreger richten. Normalerweise dauert es eine gewisse Zeit, ehe sich nach der Erstexposition gegenüber dem Erreger Antikörper entwickeln.
Danach kommt es zu einer weiteren Proliferation von HBV, wodurch eine weitere Leberschädigung verursacht wird; dies führt schließlich zu einem erhöhten Risiko für eine Leberzirrhose und Krebs. Es gibt jedoch viele Fälle von Precore-Mutanten des HBV, die aufgrund der häufigen Veränderungen der ALT*-Werte schwierig vom inaktiven Trägerstatus zu unterscheiden sind.
Es ist schwierig zwischen "gesundem Träger" und "chronischem Träger" zu differenzieren. Die Existenz dieses Zustands wird jedoch seit langem diskutiert. Ein HBV-DNA-Test kann als effiziente Methode bei diesem Szenario eingesetzt werden.
Diagnose des HBV
Der klinische Verlauf bei chronisch HBV-Infizierten ist sehr unterschiedlich. Viele sind asymptomatisch und weisen bei Routinelabortests zum Nachweis einer Leberentzündung keine Anzeichen einer Lebererkrankung auf. In vielen Fällen ist der ALT-Wert (Alaninaminotransferase - ein wichtiger Leberenzymtest zur Beurteilung eines Leberschadens bei Patienten mit Lebererkrankung) normal oder steigt zeitweise an; eine Unterscheidung zwischen inaktivem Träger-Status und dem Status der HBeAg-negativen chronischen Hepatitis B über einen kurzen Beobachtungszeitraum ist daher schwierig. Die betreffenden Personen werden häufig als "chronische Träger" bezeichnet, eine sorgfältige Untersuchung von bioptisch gewonnenem Lebergewebe zeigt jedoch Anzeichen einer Lebererkrankung.
Die fortschrittlichen molekulardiagnostischen Tests haben unsere Kenntnisse über die klinischen Manifestationen und den natürlichen Verlauf der HBV-Infektion verbessert. Polymerase-Kettenreaktionen (PCR) ermöglichen den Nachweis von HBV-DNA im Blut und weisen damit auf eine Virusreplikation hin.
Dies ist der beste Hinweis darauf, wie rasch sich das Virus in der Leber repliziert. Hohe Konzentrationen von HBV-DNA, bis zu mehreren Milliarden Viruspartikeln pro Milliliter, deuten auf eine rasche Virusreplikation in der Leber hin. Niedrige oder nicht nachweisbare Konzentrationen zeigen eine "inaktive" Infektion mit einer geringen Virusreplikation in der Leber an.
Immer mehr Ärzte untersuchen die HBV-DNA-Konzentrationen der Patienten. Die Weltgesundheitsorganisation hat vor kurzem einen internationalen Standard für die Messung von HBV-DNA bei Laboruntersuchungen eingeführt. Sie legte die Internationale Einheit für HBV-DNA (IE oder Viruskopien) pro Milliliter (ml) fest.
Die National Institutes of Health schlugen vor, eine Viruslast über 105 Kopien/ml (100.000 Viruskopien pro Milliliter) als 'klinisch relevante' Viruslast zu bewerten, während eine niedrigere Viruslast einer verhältnismäßig inaktiven Infektion entspricht.
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