Schadenmanagement im Wandel
Bei langfristigen Invaliditätsversicherungen steht im Vordergrund, berechtigte von unberechtigten Leistungsanträgen zu trennen. Dazu braucht man umfangreiche Kenntnisse der Medizin, Rechtsprechung und Berufskunde. Denn erst, wenn man versteht, wie sich eine gesundheitliche Beeinträchtigung in der Praxis auf eine Tätigkeit auswirkt, zeigt sich, ob die Kriterien der Invaliditätsdefinition erfüllt sind. Entscheidend dabei ist die Definition und ihre Interpretation in der Rechtsprechung. In den USA und Kanada gibt es im Wesentlichen drei Definitionen, die zu unterschiedlichen Entscheidungen führen können. Da die Rechtsprechung immer verbraucherfreundlicher wird, muss man bereits bei der Produktentwicklung auf hohe Rechtssicherheit achten.
Orthopädische Beschwerden, psychische Störungen, Herz- und Kreislauferkrankungen und Krebs sind die wichtigsten Gründe für Invaliditätsleistungen. In einigen Ländern haben psychische Beschwerden sogar die othopädischenals häufigste Ursache abgelöst. Da sich psychische Leidenschwer nachweisen lassen, fordern sie das Schadenmanagement besonders heraus.
In neuen, themenzentrierten und interaktiven Workshops beschäftigen wir uns mit der wachsenden Bedeutung von Orthopädie und Psychosomatik. Die Workshops zeigen, wie komplex diese Krankheitsgruppen sind und welche Maßnahmen abgeleitet werden können. Außerdem entwickeln wir für psychiatrische und psychosomatische Erkrankungen spezielle Fragebögen und definieren Qualitätskriterien für Gutachten. Nur wenn die Qualität der Gutachten den Anforderungen entspricht, kann man die Leistungsanträge qualifiziert beurteilen.
Immer wichtiger wird auch die Rehabilitation. Erfahrungen aus Ländern wie Kanada und den Niederlanden zeigen, dass man die Leistungsdauer durch Rehabilitationsmaßnahmen häufig verkürzen kann. Davon profitieren Versicherungsnehmer und Assekuranz gleichermaßen.