06 Eine sichere Zukunft auf See

Wie die Statistiken zeigen, haben der 11. September, die Tsunamikatastrophe und das wachsende Engagement verschiedener Länder im Kampf gegen die Gewalt auf See in den letzten Jahren die Situation verbessert. Vielleicht ist dies aber nur eine vorübergehende Verbesserung — vielleicht schnellen dafür an anderer Stelle, etwa beim Menschenraub, die Straftatzahlen in die Höhe. Deswegen sind auch in Zukunft die betroffenen Staaten, Unternehmen und Versicherer aufgefordert zu handeln.

Möglichkeiten auf staatlicher Ebene

Um eine einheitliche Gesetzesgrundlage zur weltweiten Strafverfolgung zu schaffen, sollten die Hafen- und Flaggenstaaten alles daran setzen, Gesetzesempfehlungen und bestehende internationale Gesetze in nationales Recht umzuwandeln. Zudem sollte man den Ausbau multinationaler Patrouillen, wie es Malaysia, Singapur und Indonesien praktizieren, weiter forcieren.

Beitrag der Reedereien und Schiffsbesatzungen

Neben der Lobbyarbeit der Verbände und Organisationen sind auch die Reeder und Besatzungen selbst aufgefordert zu handeln. Sie sollten bei einem ganzheitlichen Risikomanagement ihre Gefahren genauestens analysieren und beobachten und die Sicherheitstechnik sinnvoll einsetzen. Außerdem werden Maßnahmen, die internationale Vorschriften zur Terrorabwehr und zur Schiffsicherheit anbieten, um Piratenüberfälle zu bekämpfen, noch zu wenig genutzt. Und: Wenn es zu einem Übergriff kommt, muss er sofort den Behörden gemeldet werden.

Risikomanagement durch Risikoexperten

Auch die Erst- und Rückversicherer sind aufgefordert, sich dem Thema Piraterie stärker zu widmen. Es gehört zur Aufgabe der nationalen und internationalen Versichererverbände, Piraterie ins politische Bewusstsein zu rücken und so die gesetzlichen Maßnahmen durchzusetzen.

Erst- und Rückversicherer können bei der Kriegsdeckung das Risiko sehr präzise analysieren und sollten deshalb ihre Kunden — sei es in der Warentransport-, der Kasko- oder der P&I-Versicherung — mit ihrem Wissen unterstützen.