05 Maßnahmen im Kampf gegen die Piraterie
Zahlreiche Initiativen und Gesetze auf internationaler Ebene sowie technische Entwicklungen und Einrichtungen im Kampf gegen die Piraterie zeigen Erfolg. Neben der Regierung und der Justiz können auch die Reedereien und Besatzungsmitglieder das Risiko eines Piratenübergriffs minimieren.
Verstärkte internationale Zusammenarbeit
Seit 1982 widmet sich der Schifffahrtsausschuss der UNCTAD allen Aspekten des maritimen Betrugs und der Piraterie. Danach beauftragte der Schiffsicherheitsausschuss MSC die IMO, die Mitgliedstaaten aufzufordern, Piratenangriffe mitzuteilen und regelmäßige Berichte über Piraterievorfälle zu verfassen.
Im staatenübergreifenden Kampf gegen die Piraterie wurden in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören Meldepflichten vor Ankunft im Hafen, die Einführung des ISPS-Codes, um gestohlene Schiffe zu identifizieren, oder NATO-Kriegsschiffe, die Geleit durch die Straße von Gibraltar anbieten.
Militärische Unterstützung beim Kampf gegen die Piraterie
Seit dem ersten versuchten Piratenangriff auf ein Kreuzfahrtschiff verfolgen auch internationale Seestreitkräfte Piraten. Zahlreiche Einsätze der US-Navy zeigen deutlich, dass der Kampf gegen die Piraterie nur erfolgreich sein kann, wenn die Völkergemeinschaft ihn als gemeinsame Aufgabe versteht.
Unterstützung durch nichtstaatliche Organisationen
Neben staatlichen Organisationen befassen sich seitdem auch verschiedene nichtstaatliche Verbände mit dem Thema. Besonders engagieren sich das IMB, die BIMCO, die P&I-Versicherer, die Internationale Transportarbeiter-Gewerkschaft (ITF), Reedereiverbände und das Comité Maritime International.
Technische Entwicklungen
Die Industrie hat in den vergangenen Jahren viele technische Lösungen zum Schutz vor Piraterie auf den Markt gebracht, die mehr oder minder ausgereift sind. Dazu gehören
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Sicherheitscontainer zum Schutz der Ladung,
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hochempfindliche Radaranlagen, die sich nähernde Piraten im Nahbereich aufspüren,
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Flutlichtanlagen, um das Schiff auszuleuchten,
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spezielle Nachtsichtgeräte und Thermokameras,
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diverse akustische und optische Alarmsysteme,
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akustische Abwehrsysteme (LRAD),
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satellitengestützte Trackingsysteme, mit denen der Reeder das Schiff lokalisieren kann,
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Luftüberwachung (Eye in the Sky) und
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unbemannte ferngesteuerte Roboterschiffe für Patrouillenfahrten.
Wichtiges Werkzeug: das Risikomanagement
Früher begegnete man den Risken auf See mit einer "guten Seemannschaft". Man vertraute seinen "Männern", dass sie die Ware sicher an ihr Ziel bringen. Dieses Urvertrauen bewährte sich über Jahrhunderte, stößt aber in unserer heutigen komplexen, stark vernetzten und hoch technisierten Transportwelt zunehmend an seine Grenzen.
Deshalb raten Risikomanagementexperten dazu, neben der traditionellen Seemannschaft, die immer noch die Grundlage eines funktionierenden Risikomanagements ist, einen zusätzlichen risikobasierten Ansatz nach den heutigen Risikomanagementprinzipien vorzusehen.
Erfolgreiches Risikomanagement heißt, gesetzliche Vorschriften und ergänzende Maßnahmen zur Bekämpfung der Piraterie nach den genannten Kriterien in einem "On-Board-Risk-Management-System" zusammenzuführen.
Informationen über die ergänzenden Maßnahmen sind bei Reedereiverbänden und Schifffahrtsorganisationen erhältlich. Eine Liste der Publikationen und Beratungsstellen finden Sie in unserer Broschüre.