Edition Wissen
Einleitung
In letzter Zeit haben wieder verstärkt Übergriffe durch Piraten stattgefunden. Vor allem Geiselnahmen nehmen drastisch zu. Mangelnde Rechtsgrundlagen und Gesetzeslücken machen es den Freibeutern des 21. Jahrhunderts leicht. Die Münchener Rück beobachtet die Risikoentwicklung auf den Weltmeeren schon seit längerer Zeit und hat jetzt eine Broschüre zum Thema veröffentlicht.
Piraterie ist nach wie vor ein ernst zu nehmendes Risiko für Reedereien, Seeleute, Ladungseigner und Versicherer. Fast täglich ereignet sich auf den Weltmeeren ein Piratenüberfall, so der Bericht des International Maritime Bureau (IMB) in London, der wöchentlich erscheint. Besonders gefürchtet sind Küstengebiete in Südostasien, Indien und Afrika — und ständig kommen neue Gebiete hinzu, etwa der Golf von Basra vor der Küste Iraks.
Piraten schlagen immer dort zu, wo die politische und wirtschaftliche Situation angespannt ist und wo das Gesetz keine Handhabe gegen Piraten hat. Mit der romantischen Vorstellung eines säbelschwingenden Schurken wie Jack Sparrow in "Pirates of the Caribbean" hat das nichts mehr zu tun. Heutzutage sind Piraten mit modernsten Waffen ausgerüstet und gut ausgebildet. Experten vermuten, dass auch Terrororganisationen sie unterstützen und ausbilden. Die Trennlinie zwischen Piraterie und Terrorismus beginnt zu verschwimmen — auch die Gefahr des Terrors zu Wasser wächst. Deshalb sind sowohl die betroffenen Staaten als auch die Reedereien sowie die Bürger als Risikoträger aufgefordert, diesen Trends mit aller Kraft entgegenzuwirken.
Unsere aktuelle Publikation "Piraten — Bedrohung auf See" aus unserer Edition Wissen analysiert die Gefahren durch Piraterie und Terror auf See und macht die rechtliche Situation auf nationaler und internationaler Ebene transparent. Sie zeigt versicherungsrelevante Aspekte auf und stellt Möglichkeiten vor, das Risiko zu minimieren.