Kräfte für Zukünftiges mobilisieren
EU-Richtlinien wie Solvency I/II und IFRS erhöhen den Kapitalbedarf der Versicherungsindustrie. Aktives Risiko- und Kapitalmanagement setzen Kapital frei und schaffen einen größeren finanziellen Spielraum für Investitionen in zukünftige Geschäftsfelder. Ein interessantes Tool dafür ist die retrospektive Rückversicherung.
EU fordert Transparenz und Messbarkeit
Börsennotierte Unternehmen in der EU müssen ab 2005 ihre konsolidierten Abschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellen. Eng damit verknüpft sind die neuen Richtlinien zur Bestimmung des Kapitalbedarfs für Versicherungsunternehmen Solvency I und Solvency II.
Ziel der neuen Standards ist eine international einheitliche Messbarkeit der Werte von Versicherungsverträgen, Versicherungsportefeuilles und ganzen Versicherungsunternehmen. Hiermit wird dem Wunsch nach mehr Transparenz und Sicherheit für Investoren und Analysten und letztendlich auch für die Versicherungsnehmer Rechnung getragen.
Diese neuen aufsichtsrechtlichen Vorschriften unterscheiden explizit zwischen Beitrags- und Reservierungsrisiko. Beide Seiten der Bilanz müssen mit dem entsprechenden Risikokapital abgesichert werden.
Vor allem bei Haftpflichtversicherern liegen oftmals Jahre zwischen dem eingetretenen Schadenfall und der abschließenden Regulierung. Das Reservierungsrisiko bindet über lange Zeit Kapital und schränkt die Entwicklungschancen der Versicherer ein.
Unser Kompetenzzentrum "Customized Portfolio Solutions" (CPS) bietet eine Lösung, die das Risiko langfristiger finanzieller Belastungen bei bereits entstandenen Schadenfällen auf den Rückversicherer überträgt: die retrospektive Rückversicherung.
Die zwei Formen der retrospektiven Rückversicherung
Die Münchener Rück bietet zwei Formen der retrospektiven Rückversicherungsdeckung an: den "Loss Portfolio Transfer" (LPT) und den "Adverse Development Cover" (ADC).
Bei einem LPT übernimmt der Rückversicherer einen vereinbarten Prozentsatz der kumulierten Schadenzahlungen. Dadurch steht dem Versicherer ein Teil des Risikokapitals wieder für Investitionen zur Verfügung.
In der Regel enthält ein LPT ein Vertragslimit, das jedoch weit über der zu erwartenden Schadenlast liegen kann. Damit ist der Versicherer zusätzlich gegen eine so genannte Schlechterabwicklung — eine nicht kalkulierte Mehrbelastung — abgesichert.
Der ADC greift im Unterschied zum LPT nicht prozentual, sondern ab einer vereinbarten Höhe der kumulierten Schadensumme und schützt damit hauptsächlich gegen eine Schlechterabwicklung des gedeckten Schadenportefeuilles. LPT und ADC werden individuell auf den Kundenbedarf zugeschnitten und oftmals in Kombination angeboten.
Die retrospektiven Rückversicherungslösungen der Münchener Rück bieten eine attraktive Möglichkeit, das Risiko- und Kapitalmanagement zu verbessern und gleichzeitig im harten Wettbewerb um Kunden und Kapital zu bestehen.
Mehr über Customized Portfolio Solutions und die retrospektive Rückversicherung erfahren Sie in den aktuellen Publikationen oder von unseren CPS-Spezialisten persönlich.