Andere Länder — andere Policen
Alle genannten Produkte sind international unterschiedlich stark vertreten. In vielen Ländern werden Umweltschäden bei Dritten auf Störfallbasis in Betriebshaftpflichtversicherungen gedeckt. Auf anderen wichtigen Märkten überwiegen Spezialpolicen.
Beispiel Deutschland: Hier wird das Umwelthaftpflichtrisiko mit einer eigenen Police, dem "UH-Modell", versichert. Da die Betriebshaftpflicht Umweltschäden ausschließt, ist diese Police flächendeckend vorhanden.
Diese Verträge besitzen Standardbedingungen — sie decken auch Umweltschäden, die auf einer allmählichen, ungewollten Freisetzung von Schadstoffen beruhen. Teilweise werden sogar Schäden durch betriebsbedingte, behördlich genehmigte Emissionen gedeckt. Eigenschäden sind allerdings ausgeschlossen. Insgesamt existieren rund 300.000 derartige Versicherungsverträge.
Spezialversicherer schließen Deckungslücke
Anders ist die Situation in den USA, obwohl auch hier Umweltschäden in Betriebshaftpflichtversicherungen ausgeschlossen sind. Rund ein Dutzend Spezialversicherer schließen die Deckungslücke — sie bieten diverse Spezialpolicen für Haftpflichtrisiken, für Sanierungskosten auf eigenen und fremden Grundstücken sowie für Altlastenrisiken.
Der entscheidende Unterschied: Die Versicherungsdichte ist gering und die Gesellschaften lehnen aufgrund einer potenziellen negativen Risikoselektion viele Anträge ab. Dennoch: Der Gesamtumsatz des dortigen Umweltversicherungsmarkts ist mit über 1 Milliarde US$ weltweit der höchste — was in erster Linie auf die Größe des amerikanischen Haftpflichtmarkts zurückzuführen ist.
In Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien bieten Umweltpools weiter gehende Deckungen für Umwelthaftpflichtrisiken an; sie umfassen meist ebenfalls die Sanierung von Bodenverunreinigungen auf dem eigenen Grundstück.
Aber: Der Marktanteil der Pools bleibt gering, da auch die Betriebshaftpflichtpolicen dieser europäischen Länder Umwelthaftpflichtrisiken auf Störfallbasis abdecken. 2004 betrug das Prämienvolumen der Umweltpools in Frankreich rund 26 Millionen, in Italien 22 Millionen und in den Niederlanden sowie in Spanien jeweils 5 Millionen €.
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