CRO-Forum veröffentlicht Positionspapier zum Thema Grippepandemie
Ein eindruckvolles Beispiel für einen Sterblichkeitsschock
Die Mitglieder des CRO-Forums, das sich aus den Chief Risk Officers großer Erst- und Rückversicherungsgesellschaften zusammensetzt, haben sich im Rahmen der Emerging-Risks-Initiative mit dem Extremereignis Pandemie auseinandergesetzt. Als wichtige Vertreter der Risk-Community stellen sie dar, wie die Assekuranz mit diesem Risiko umgehen könnte.
Allgemein wird viel darüber spekuliert, wann und in welchem Ausmaß die nächste Influenzapandemie eintritt. Die Meinungen, wie sie sich möglicherweise entwickelt und welche Sterblichkeiten sie mit sich bringt, gehen ebenfalls weit auseinander. Für die Versicherungswirtschaft ist eine Pandemie zweifellos ein Extremereignis. Dabei gilt es, die finanziellen Auswirkungen auf die Assekuranz auf beiden Seiten der Bilanz einzuschätzen.
Die Analyse früherer Ereignisse ist die Voraussetzung dafür, eine mögliche künftige Bedrohung realistisch zu bewerten bzw. zu prognostizieren. Da Pandemien jedoch relativ selten auftreten (im vergangenen Jahrhundert waren es nur drei), sind auch die historischen Daten begrenzt. Gleichzeitig hat die Medizin große Fortschritte gemacht. Deshalb ist zu erwarten, dass die Sterblichkeit deutlich niedriger wäre, wenn heute eine ähnlich schwere Pandemie wie 1918 aufträte. Es wäre daher verfehlt, die damals beobachteten Sterblichkeitsraten einfach auf die heutige Weltbevölkerung hochzurechnen.
In der Versicherungswirtschaft – und insbesondere bei den CROs – besteht Einigkeit darüber, dass die nächste Pandemie nicht zwangsläufig das Vogelgrippevirus oder überhaupt ein Grippevirus auslöst. Das Positionspapier legt dennoch den Schwerpunkt eindeutig auf das Thema Grippepandemie, um anhand dieses Extremereignisses die möglichen Folgen für die Assekuranz aufzuzeigen.
Das Positionspapier stellt anhand des Szenarios 1918 die Frage „Was wäre, wenn?“ und gibt einen Überblick über die möglichen Auswirkungen. Gezeigt wird auch, wie man ein extremes Sterblichkeitsereignis wie eine Pandemie simulieren kann. Außerdem wird erörtert, mit welcher Sterblichkeit man heute rechnen müsste, wenn es heute eine Pandemie gäbe, die mit der Spanischen Grippe von 1918 vergleichbar wäre. Ein kurzer Überblick zeigt, wie sich die Versicherungswirtschaft auf die Risiken vorbereiten kann.
Die Emerging-Risks-Initiative (ERI) des CRO-Forums wurde 2005 auf den Weg gebracht. Sie soll die Öffentlichkeit für neue Risiken sensibilisieren, die auf die Gesellschaft und die Versicherungswirtschaft zukommen. Vorsitzende der Initiative ist derzeit die Münchener Rück. Insgesamt sind acht Gesellschaften beteiligt: Allianz, AXA, Münchener Rück, Swiss Re, Zurich Financial Services, Chubb, Insurance Australia Group und Royal & SunAlliance.