Wintersturm Kyrill
Meteorologische Entwicklung
Der Orkan Kyrill bildete nach den Stürmen Britta, Karla, Lotte und Franz den Höhepunkt der überdurchschnittlichen Wintersturmsaison 2006/07. Das Tiefdruckgebiet, aus dem sich im weiteren Verlauf Kyrill entwickelte, entstand am 17. Januar 2007 im Bereich des mittleren Atlantiks. Mit maximalen Windböen von 135 km/h zog Kyrill über England und die Nordsee in Richtung Süddänemark.
Am Nachmittag und Abend des 18. Januar wurden in Holland, Belgien, Luxemburg und Deutschland flächendeckend lang anhaltende Spitzenböen von über 100 km/h beobachtet. In weiten Teilen kam es zu Orkanböen von über 120 km/h. Die stärkste Böe wurde auf dem Wendelstein (202 km/h) gemessen. Im Bereich der Kaltfront entwickelten sich teils heftige Gewitter mit Hagelschlag.
Im Osten Deutschlands kam es zu Schäden durch Tornados. In der Nacht zum 19. Januar verlagerte sich der Orkan weiter nach Osten und sorgte in Polen, Tschechien und Österreich ebenfalls für maximale Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h. In Abbildung 9 ist das Windfeld von Kyrill dargestellt – in weiten Teilen Groß britanniens, der Beneluxländer, Deutschlands, Polens, Tschechiens und Österreichs herrschten Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h.
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Schadenbild
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Deutschland
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10 Todesopfer
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> 1,5 Mio. Einzelschäden
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hunderttausende Haushalte von Stromausfällen betroffen
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landesweite Einstellung des Bahnverkehrs
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geringe bis moderate Sturmflut an der Nordseeküste
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Schweiz
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lokale Windgeschwindigkeiten bis Orkanstärke (> 120 km/h)
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geringe Sachschäden
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Großbritannien
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12 Todesopfer
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vsl. > 0,5 Mio. Einzelschäden in Mittelund Südengland
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zehntausende Haushalte von Stromausfällen betroffen
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Container-Frachter MS Napoli havariert
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Frankreich
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2 Todesopfer
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nur Nordfrankreich betroffen
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Tschechische Republik
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3 Todesopfer
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landesweite Schäden
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Niederlande
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5 Todesopfer
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landesweite Schäden
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Belgien
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2 Todesopfer
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landesweite Schäden
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Österreich
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> 150.000 Einzelschäden
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20.000 Haushalte von Strom ausfällen betroffen
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Polen
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4 Todesopfer
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landesweite Schäden
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Vergleich des Windfelds von Kyrill mit historischen großen Sturmereignissen in Europa
Auf der Basis der Analyse von Windgeschwindigkeiten und betroffenen Regionen ist Kyrill am ehesten mit dem Orkan Daria (1990) vergleichbar. Lothar (1999) hatte einen völlig anderen geografi schen Schwerpunkt (Frankreich, v. a. Paris, Schweiz, Südwestdeutschland) und ist deshalb kaum als Vergleichssturm geeignet.
Für Deutschland allein bietet sich noch ein Vergleich mit Jeanett (2002) an. Allerdings sind die gesamte räumliche Ausdehnung von Kyrill sowie seine Sturmdauer deutlich größer.
Daria (1990) kostete die Assekuranz damals 4,4 Milliarden €, den Großteil davon in Großbritannien (in Werten von 2006 ca. 10 Milliarden €).
Lothar (1999) war in Originalwerten mit 5,9 Milliarden € der bisher teuerste versicherte Orkanschaden in Europa (in Werten von 2006 7,3 Milliarden €).
Jeanett (2002) verursachte europaweit einen Marktschaden von 1,7 Milliarden € (in Werten von 2006 rund 2 Milliarden €).