Tropischer Wirbelsturm

Wenn tropische Wirbelstürme Orkanstärke (Beaufort 12, d. h. 118 km/h) erreichen, nennt man sie im Atlantik und Nordostpazifik Hurrikan, im Indischen Ozean, im Seegebiet vor Australien oder im Südpazifik Zyklon und im Nordwestpazifik Taifun. Unterhalb der Orkanstärke, also im Bereich von 62–117 km/h (Beaufort 8–11), werden sie tropische Stürme genannt.

Sie können sich über große Gebiete erstrecken – und das mit Windgeschwindigkeiten über 250 km/h, in Einzelfällen sogar über 300 km/h. Besonders Küstengebiete und Inseln im Bereich von 10–40° nördlicher und südlicher geografischer Breite sind betroffen. Der Durchmesser des Sturmfelds liegt meist bei 100–500 km.

Landeinwärts werden die tropischen Wirbelstürme rasch schwächer, was vor allem an der Reibung der Landoberfläche und der verminderten Energiezufuhr durch Wasserdampf liegt. Und dennoch: Da sich die über dem warmen Meer aufgenommenen gewaltigen Wassermassen bevorzugt im Luv (der dem Wind zugekehrten Seite) von Gebirgen ausregnen, können extreme Überschwemmungen und Hangrutschungen die Folgen sein – auch weit im Landesinneren.

Tropische Wirbelstürme haben in vielen Küstenregionen mit ihrer oftmals hohen Wertedichte, dem hohen Freizeitwert und der damit verbundenen Zuwanderung ein außerordentlich großes Katastrophenpotenzial. Die Versicherungswirtschaft bekam dies erst 2005 wieder einmal deutlich zu spüren: Hurrikan Katrina verursachte versicherte Originalschäden von rund 62 Milliarden US$.

Querschnitt durch einen tropischen Wirbelsturm (Hurrikan)

Hurrikane erhalten ihre Energie aus der Verdunstung von warmem Oberflächenwasser. Die Darstellung zeigt, wie warme Luft im zentralen Wolkenwall des Hurrikans aufsteigt (1). Hier kommt es zur stärksten Kondensation von Wasserdampf und damit auch zu extremen Niederschlägen. Dagegen kühlt die Luft außerhalb des Wolkenwalls (2) sowie im sogenannten Auge (3) – in einer wind- und niederschlagsfreien Zone im Zentrum des Hurrikans – ab und fließt zurück. Beim Einströmen über der Meeresoberfläche (4) nimmt sie erneut Wärme und Feuchtigkeit auf – die atmosphärische Wärmemaschine wird weiter angeheizt. Über Land verliert das System ohne neue Wasserdampfzufuhr und durch die einsetzende Bodenreibung jedoch schnell an Energie.