Regionaler Sturm und Monsunsturm

Regionale und Monsunstürme sind meteorologisch überwiegend der Gruppe der orografischen Stürme (Fallwinde) zuzuordnen. Ihnen ist gemein, dass sie durch Hebung der Luftmassen auf der Leeseite, der Wind abgewandten Seite von Gebirgen, entstehen. Dabei kühlt sich die Luft ab, kondensiert bei Überschreitung der Feuchtigkeitssättigung aus – was zum Teil starke Niederschläge zur Folge hat – und stürzt vom Gebirgskamm oder von den Passhöhen in die Täler hinunter.

Auch beim regionalen Sturm sind die Windgeschwindigkeiten umso höher, je größer Temperaturdifferenz und Fallhöhe sind. Überlagert zusätzlich eine großräumige Strömung die Fallwinde in der gleichen Richtung, sind Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h möglich.

Die bekanntesten Vertreter regionaler Stürme sind die Bora an der dalmatinischen Adriaküste, warme Winde wie der Föhn in den Alpen, der Mistral im unteren Rhonetal oder der Chinook in den Rocky Mountains. Doch solche Fallwinde können in allen Gebirgsregionen der Welt vorkommen, insbesondere am Rand gemäßigter Klimazonen. Ihre Entstehung ist so eng an die jeweilige Topografie gekoppelt, dass sie regelmäßig an denselben Orten mit derselben Windrichtung auftreten.

Am intensivsten sind diese Windsysteme allerdings am Rande der Antarktis und Grönlands: Hier stürzt die extrem kalte Luft der zentralen Hochflächen in engen Gletschertälern auf Meereshöhe hinab – teilweise um mehr als 3.000 m. Die Folge: Sie erreicht dabei häufig und über lange Zeiträume hinweg Orkanstärke.

Ein eigenständiges Sturmphänomen regionaler Ausdehnung ist der Monsunsturm. Die große Landfläche Asiens saugt, wenn sie sich im Früh- und Hochsommer unter der fast senkrecht stehenden Sonne aufheizt, warme und feuchte Luftmassen aus dem Indischen und Pazifischen Ozean an. Übrigens: Ohne diese Zirkulation wären der gesamte indische Subkontinent und auch angrenzende Gebiete unbewohnbare Wüsten.