Außertropischer Sturm (Wintersturm)

Außertropische Stürme unterscheiden sich von tropischen nicht nur durch die Entstehungsgebiete und Zugbahnen, sondern vor allem auch durch ihre Intensität und geografische Ausdehnung. Sie entstehen im Übergangsbereich zwischen subtropischen und polaren Klimazonen (etwa 35–70° nördlicher und südlicher geografischer Breite).

Wo polare Kaltluftausbrüche auf subtropische Warmluftmassen treffen, bilden sich großräumige Tiefdruckwirbel. Die Sturmintensität innerhalb dieser Verwirbelungen steigt dabei proportional mit dem Temperaturunterschied der beiden Luftmassen an. Sie ist im Spätherbst und Winter am größten, wenn die Meere noch warm, die polare Luft aber bereits kalt ist – daher auch die Bezeichnung Wintersturm.

Die maximalen Windgeschwindigkeiten liegen bei 140–200 km/h, in exponierten Küstenlagen und auf höheren Bergen können Winterstürme aber auch Werte weit über 250 km/h erreichen. Das Sturmfeld der außertropischen Stürme kann dabei bis zu 2.000 km breit werden.

Eis- und Schneestürme (Blizzards) sind weitere Varianten der außertropischen Stürme. Ihre potenziellen Schäden durch Eis- oder Schneedruck können – ähnlich wie bei den anderen außertropischen Stürmen, wo hohe Windgeschwindigkeiten die Hauptschadenursache sind – Schäden im ein- bis zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich verursachen.

Ein Eissturm, der 1951 vom 28. Januar bis zum 4. Februar anhielt, überzog riesige Gebiete in den USA – von den Neuenglandstaaten bis Texas – mit einer bis zu 10 cm dicken Eisschicht. Bezogen auf seine geografische Ausdehnung war dies vermutlich der größte Eissturm des 20. Jahrhunderts.

Entwicklung eines außertropischen Sturmtiefs (Wintersturm)

Zwischen polarer Kaltluft im Norden und subtropischer Warmluft im Süden bildet sich eine sogenannte Luftmassengrenze. Die schwerere Kaltluft setzt sich bodennah nach Süden in Bewegung. Im Gegenzug schiebt sich in höheren Luftschichten die Warmluft nach Norden vor. Folge: Im Zentrum der Verwirbelung fällt der Druck. Die schnellere Kaltluft holt die Warmluft ein, beide vermischen sich – es kommt zur Wirbelbildung.