Ergebnisse einer Schadeninspektion an der Westküste Thailands
Der Tsunami, der dem Beben im Indischen Ozean vor der Küste Nordsumatras am 26. Dezember 2004 folgte, löste die schlimmste humanitäre Katastrophe aus, die seit dem Erdbeben von Tangshan/China 1976 durch ein Naturereignis verursacht wurde. Experten der GeoRisikoForschung der Münchener Rück haben nun die Ergebnisse einer Schadenbesichtigung an der thailändischen Westküste ausgewertet, damit Risiken, Schadenpotenziale und Bedarfsraten künftig besser eingeschätzt werden können.
Indonesien, Thailand, Malaysia, Sri Lanka, Indien, die Malediven, Kenia und Somalia — das betroffene Gebiet war riesig. Für die Schadeninspektion wählten die Geo-Experten die thailändischen Touristikzentren Khao Lak und Phuket, denn die dort beobachteten Auswirkungen und Schäden an Hotelanlagen und Gebäuden ließen sich am besten auf versicherte Risiken in anderen gefährdeten Küstenräumen übertragen.
Die Untersuchungen zeigen, welche Faktoren das Schadenausmaß eines Tsunami beeinflussen. Das sind vor allem Wellenhöhe, Eindringtiefe der Flut, die bauliche Qualität der Gebäude, außerdem Fließgeschwindigkeit und Menge der Festbestandteile, die von der Welle mitgeführt werden.
Mit Geschwindigkeiten von 30—40 km/h gilt der Sumatra- Tsunami als relativ langsam. Andere Ereignisse — etwa der Tsunami an der Nordküste von Papua-Neuguinea (Sissano- Lagune) im Jahr 1998 — erreichten bis zu 70 km/h. Wie die Schadeninspektion ergab, war dafür die Sediment- und Trümmerlast des Sumatra-Tsunami vergleichsweise hoch.