04 Veränderte Schadenverteilung

Diese starken Veränderungen, die sich sowohl bei den entstehenden tropischen Wirbelstürmen wie auch bei den Landfalls zeigen, können nur bedeuten, dass wir für die aktuelle Warmphase seit 1995 von einer anderen Schadenverteilung ausgehen müssen als in der davor liegenden Zeit.

Es sei daran erinnert, dass gegenüber der vorangegangenen Kaltphase (1971 bis 1994) in der aktuellen Warmphase (seit 1995) ein Anstieg der jährlichen Häufigkeit schwerer Hurrikane um rund 170% zu beobachten ist. Bei den Landübergängen ist sogar eine Steigerung um rund 230 % festzustellen.

Selbst bei einem Vergleich der Schadenverteilung der aktuellen Warmphase mit der Schadenverteilung aus allen Jahren seit 1900, die als indifferent gegenüber dem natürlichen Klimazyklus bezeichnet werden kann, ist ein großer Unterschied zu erwarten. Darauf weist ein Vergleich der Hurrikanintensitätsverteilungen im Gesamtzeitraum 1900-2005 und in der aktuellen Warmphase 1995-2005 hin (Abb. 6). Es ist offensichtlich, dass die aktuelle Warmphase durch einen höheren Anteil schwerer Hurrikane (Saffir-Simpson-Kategorie 4 und 5) und einen geringeren Anteil schwacher Hurrikane (Saffir-Simpson-Kategorie 1 und 2) charakterisiert ist. Hurrikane der Kategorien 4 und 5 machen in der Verteilung seit 1900 14 % bzw. 6 % aus, in der aktuellen Warmphasen-Verteilung steigt ihr Anteil auf 20 % bzw. 10 %. Dagegen haben in der Verteilung aus allen Jahren seit 1900 Hurrikane der Kategorie 1 und 2 einen Anteil von 37 % bzw. 23 %, in der Warmphasen-Verteilung jedoch nur noch 34 % bzw. 17 %.

Eine solche Änderung der Verteilung wurde bisher in keinem der kommerziell verfügbaren Schadenmodelle implementiert. Die große Herausforderung für die Assekuranz liegt somit darin, auf die aktuelle Gefährdungs- und Schadenverteilung zu reagieren und sie in ihrem Risikomanagement angemessen zu berücksichtigen.