02 Klimaoszillation im Nordatlantik

Neben dieser Verschiebung der Intensitätsverteilung hin zu den schwereren Ausprägungen lassen sich in manchen Regionen auch Veränderungen bei der Gesamthäufigkeit beobachten. Addiert man die pro Jahr auftretenden Wirbelstürme weltweit, so ergibt sich eine mittlere Anzahl von 80 Wirbelstürmen (Schwankungsbreite: 20) ohne erkennbaren Trend.

Im Nordatlantik beobachtet man seit 1970, d.h. im Vergleich einer Periode kühlerer Meeresoberflächentemperaturen im Nordatlantik zur aktuellen "Warmphase" (Abb. 3), eine generelle Zunahme der Häufigkeit. Entsprechend hat die Hurrikansaison 2005 einen absoluten Rekord in der Anzahl benannter tropischer Wirbelstürme (27, bisheriger Rekord 21) und Hurrikane (15, bisheriger Rekord 12) aufgestellt.

Unter Einbeziehung weiterer Forschungsergebnisse der letzten Jahre (Goldenberg (2001), Science; Trenberth (2005), Science) ergibt sich für den Nordatlantik, dass die Wirbelsturmaktivität dort sowohl durch eine natürliche Klimaoszillation als auch durch einen überlagerten linearen Erwärmungsprozess bestimmt wird, der ohne die vom Menschen verursachte globale Erwärmung wohl nicht zu erklären ist.

Man beobachtet dort jeweils mehrere Jahrzehnte andauernde, alternierende Phasen mit ungewöhnlich warmer bzw. ungewöhnlich kühler Meeresoberflächentemperatur, wobei die Schwankungsbreite bei etwa 0,5°C liegt. Diese natürliche Klimaschwankung wird von den großskaligen Ozeanströmungen angetrieben (thermohaline Zirkulation, Knight et al. GRL (2005), Willoughby/Masters (2005)). Warmphasen bewirken eine deutlich größere Hurrikanhäufigkeit und auch eine höhere Intensität der Stürme, Kaltphasen zeitigen den gegenteiligen Effekt. So gab es in der aktuellen Warmphase im Mittel bereits 4,1 schwere Hurrikane pro Jahr, in der vorangegangenen Kaltphase dagegen nur 1,5. Dies bedeutet eine Steigerung um 173 %. Freilich kann man erst nach Abschluss der gegenwärtigen Warmphase einen endgültigen Wert für das mittlere jährliche Aktivitätsniveau über diese Phase hinweg angeben. Die Zahlen entsprechen der bis 2005 möglichen Beobachtung.