Zwei Beispiele für die Vorgehensweise

Beispiel 1
  • Abschätzung des Gesamtschadens bei bekannten versicherten Schäden anhand der Versicherungsdichte, eine Größe, die für alle Märkte und für die verschiedenen Ereignistypen vorhanden ist. Hier wird einkalkuliert, um welche Naturgefahr es sich handelt, welche Region eines Landes betroffen war (Stadt, ländliches Gebiet, Bevölkerungsdichte, Gebäudequalität) und welche Geschäftszweige Schäden zu verzeichnen hatten. Aufgrund dieser Informationen wird der Schaden realitätsnah geschätzt (Grafik: Beispiel Schadenschätzung: Hurrikan Ivan).
Beispiel 2
  • Sind keine versicherten Schäden bekannt (wie häufig in Entwicklungsländern), stützt sich die Schadenschätzung der Münchener Rück auf folgende Parameter: Art und Dauer der Naturkatastrophe, betroffene Region (Stadt, ländliches Gebiet, Bevölkerungsdichte, Wohlstandsgefüge), beschädigte Sachwerte, Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen sowie Zahl der involvierten Menschen und Todesopfer. Ausgehend von diesen Angaben werden mit einem Näherungsverfahren alle vergleichbaren Katastrophen in der Region gesucht, für die detaillierte und gut referenzierte Informationen über die Gesamtschäden vorliegen. Die Ereignisse clustert man und leitet so realistische Werte für einzelne Einheiten ab (z. B. mittlerer Wert eines Wohngebäudes in einem ländlichen Gebiet). Auf diese Weise kann man das Ereignis in eine Schadengrößenordnung einreihen.

Um die Ausmaße des Schadens zu bestimmen, wurden alle Ereignisse auf 7 Naturkatastrophenklassen verteilt. Nicht berücksichtigt haben wir bei unserer Analyse die Kat-Klasse 0, da sie Naturereignisse ohne oder mit sehr geringen volkswirtschaftlichen Auswirkungen erfasst. Die restlichen Ereignisse wurden in drei Hauptklassen aufgeteilt:

  • Kleinstschaden und mittlere Schadenereignisse (Kat-Klassen 1 und 2)
  • mittelschwere und schwere Katastrophen (Kat-Klassen 3 und 4)
  • verheerende und große Naturkatastrophen (Kat-Klassen 5 und 6)

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