NatCatSERVICE-Info

Naturkatastrophen werden immer stärker und teurer — ein Trend?

2005 brach alle Negativrekorde: Noch nie waren Naturkatastrophen für die Volkswirtschaften sowie für die Assekuranz so teuer. Zudem zählt es in den letzten Jahrzehnten zu den Jahren mit den meisten Todesopfern.

Auch im vergangenen Jahr haben wir uns damit beschäftigt, wie sich Trends bei Naturgefahren noch besser bestimmen lassen. Dafür wurden zunächst die Informationen der Münchener-Rück-Datenbank der Naturkatastrophen, dem NatCatSERVICE®, so aufbereitet, dass sie systematischer analysiert werden können. Die Ergebnisse veröffentlichen wir in dieser Ausgabe erstmals. Insbesondere beschäftigt sich diese NatCat-SERVICE®-Info mit der Frage, ob ein Trend zu immer größeren Naturkatastrophen besteht, in welchen Gebieten der Erde er sich abzeichnet und wie er aussieht.

Datenquellen, Datenaufbereitung, Klassifizierung

Grundsätzlich unterliegt die Einschätzung volkswirtschaftlicher Schäden enormen Unsicherheiten und Schwankungen. Über diese Problematik berichteten wir ausführlich in topics — Jahresrückblick Naturkatastrophen 2000.

Um Trends zu untersuchen, haben wir die Naturkatastrophenklassen der Münchener Rück als Basis genommen (Grafik: Naturkatastrophen — in 7 Katastrophenklassen). Die siebenstufige Skala — von 0 Naturereignis bis 6 große Naturkatastrophe — ermöglicht es, ein Ereignis einer bestimmen Größenordnung zuzuordnen, auch wenn der exakte volkswirtschaftliche Schaden nicht bekannt ist bzw. nicht ermittelt werden kann.

Analysiert wurden rund 16.000 Naturkatastrophen aus dem Zeitraum 1980–2005. Nur für gut ein Viertel der Ereignisse lagen seriöse, gut belegbare volkswirtschaftliche Schadendaten von offiziellen Stellen vor. Seit Mitte der 1990er-Jahre nimmt die Qualität der Berichterstattung über die Gesamtschäden erkennbar zu (Grafik: Naturkatastrophen mit volkswirtschaftlichen Schäden).

Die Schäden der verbleibenden ca. 12.000 Ereignisse schätzten die Münchener-Rück-Experten auf der Grundlage von Schadenmeldungen und weltweiten Vergleichen mit ähnlichen Ereignissen; dabei berücksichtigten sie jeweils die betroffene Volkswirtschaft.

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