Cantor Fitzgerald
Cantor Fitzgerald ist wohl das Unternehmen, dass am unmittelbarsten von den Anschlägen des 11. Septembers betroffen war. Das Finanzunternehmen hatte seine Firmenzentrale zwischen dem 101. und 105. Stockwerk des Nordturms und verlor an diesem Tag 658 seiner mehr als 1.000 Mitarbeiter in New York. Fast ein Viertel der World-Trade-Center-Opfer waren Angestellte von Cantor Fitzgerald. Das Unternehmen spielte im amerikanischen Finanzsystem eine dominante Rolle als Anleihen-Broker. Die Katastrophe gefährdete deshalb nicht nur die Existenz einer Firma, sondern auch die Funktionsfähigkeit eines Teils des Finanzsystems.
Bereits am 13. September war die wichtige elektronische Handelsplattform eSpeed wieder operativ. Dafür sorgten in erster Linie die Londoner Niederlassung sowie die verbliebenen Kollegen. Zudem waren IT und Daten von Cantor Fitzgerald mit hervorragenden Back-up-Systemen gesichert. Die Befürchtungen, das Finanzsystem könnte beeinträchtigt werden, haben sich in diesem Fall trotz der massiven und tragischen Ereignisse nicht bewahrheitet. Sogar die Firma Cantor Fitzgerald selbst hat überlebt. Finanziell ist sie sogar gestärkt aus der Katastrophe hervorgegangen. Allerdings war dies mit einer völligen Neuorganisation des Geschäftsmodells verbunden.
Natürlich ist die Geschichte von Cantor Fitzgerald kein Beweis dafür, dass eine Katastrophe in einer Megacity dem Finanzsystem — nicht mal einzelnen Unternehmen — etwas anhaben kann. Aber sie zeigt, wie robust das vernetzte und globalisierte internationale Finanzsystem ist.