Katastrophen
in Megastädten

New York City, Terroranschläge vom
11. September 2001 — Auswirkungen
auf die Kapitalmärkte

Betrachtet man die Folgen der Ereignisse des 11. Septembers 2001 auf die Kapitalmärkte, so wird deutlich, dass sowohl Aktien als auch Renten nach den Anschlägen kurzfristig heftigen Schwankungen unterlagen. Es zeigt sich aber auch, dass die mittel- und langfristigen Auswirkungen auf die Aktienmärkte weit geringer waren als vielfach angenommen. Während die Aktienmärkte in den sechs Monaten vor (!) den Terroranschlägen zwischen 10 und 15 % verloren hatten, lagen sowohl die lokalen als auch die globalen Indizes sechs Monate danach etwa 7 % über (!) den Ständen vom Vorabend der Katastrophe. Selbst der Index der Versicherungsaktien war höher als am 10. September.

Doch die Indexstände allein bringen die Folgen für die Investoren nicht hinreichend zum Ausdruck. So hat die Unsicherheit der Akteure auf den Aktienmärkten nach dem 11. September deutlich zugenommen. Die gestiegene Volatilität, ein Maß für die Kursschwankungen am Aktienmarkt, zeigt dies deutlich.

Aktienkurse werden von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die sich überlagern. Die Auswirkungen eines einzelnen Ereignisses kann daher anhand historischer Daten nie zweifelsfrei zugeordnet werden. So ist auch die These nicht ohne weiteres haltbar, der 11. September habe den massiven Rückgang der Aktienkurse im Folgejahr verursacht. Zu diesem Zeitpunkt lag die Katastrophe mehr als ein halbes Jahr zurück und die ökonomischen Auswirkungen waren weitgehend abzuschätzen. Daher muss man annehmen, dass die Katastrophe zu diesem Zeitpunkt in den Aktienpreisen schon eskomptiert war. Entgegen der weit verbreiteten gegenteiligen Meinung ist deshalb davon auszugehen, dass die Auswirkungen der World-Trade-Center-Katastrophe auf die Aktienmärkte als eher kurzfristig und in ihrem Ausmaß moderat zu bewerten sind.

Anders ist die Situation auf den Zinsmärkten. Hier können nachhaltige Auswirkungen abgelesen werden. So lagen die Zinsen in den USA und Europa auch sechs Monate nach der Katastrophe um 1,5 bzw. 1 Prozentpunkt unter den Ständen vom 10. September. Zwar befanden sich damals beide Volkswirtschaften in einem lang anhaltenden Zinssenkungszyklus, viel spricht jedoch dafür, dass diese Entwicklung durch die Ereignisse vom 11. September verstärkt wurde. Insbesondere die expansive Geldpolitik beschleunigte den Trend weiter sinkender Renditen.

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