Mikroversicherung: eine Option für Lösungen
Bereits 1991 hatte die Allianz kleiner Inselstaaten (Alliance of Small Island States, AOSIS) die Idee, versicherungsnahe Lösungen für die Folgen des Klimawandels zu entwickeln. AOSIS hatte einen Fonds vorgeschlagen, den die Industrienationen finanzieren sollen. Artikel 4.8 der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) und Artikel 3.14 des Kioto-Protokolls appellieren an die Industrienationen, Maßnahmen zu entwickeln, mit denen Entwicklungsländer auf den Klimawandel reagieren können. Versicherungen sind als mögliche Option genannt.
Ein Blick auf die Versicherungsdichte zeigt allerdings, dass der Zugang zu Versicherungen heute weltweit sehr unterschiedlich ist. Vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika sind bisher kaum Deckungen für Katastrophenfälle erhältlich. Von den weltweit 4 Milliarden Menschen, die weniger als 2 US$ pro Tag zur Verfügung haben, können sich nur 10 Millionen versichern.
Hierfür gibt es drei wesentliche Gründe: Zum einen können sich viele Menschen aufgrund ihrer niedrigen Einkommen keine Deckung leisten. Zum anderen fehlt vor allem in ländlichen Gebieten häufig die Infrastruktur, um sie den Menschen, die den Schutz brauchen, zugänglich zu machen. Dazu kommt, dass in manchen Kulturkreisen der Versicherungsgedanke und das Solidaritätsprinzip, das ihm zugrunde liegt, kaum verbreitet sind.
Erste erfolgreiche Ansätze
Mikroversicherungen können eine wichtige Rolle spielen, um diese Hürden zu überwinden. In der Agrar- sowie der Lebens- und Krankenversicherung gibt es bereits erste erfolgreiche Ansätze. So werden derzeit Wetterversicherungen entwickelt, die auf Niederschlagsmengen-Indizes beruhen.
Sinken in einem gewissen Zeitraum die Niederschläge unter ein bestimmtes Niveau, greift die Deckung. Bauern können sich damit gegen Dürren versichern — die wiederum möglicherweise eine Folge des Klimawandels sind.
Die MCII hat ihre Überlegungen, solche Versicherungslösungen zu gestalten, erstmals bei der Klimakonferenz in Montreal 2005 der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Herbst dieses Jahres werden in Zusammenarbeit mit der anerkannten Zeitschrift "Climate Policy" fünf Grundsatzpapiere zu unterschiedlichen Aspekten der MCII-Aktivitäten veröffentlicht.
Ein erster Schritt ist getan. Bis sich allerdings große Teile der Weltbevölkerung gegen die Folgen des Klimawandels versichern können, ist es noch ein weiter Weg. Das Tempo, das die Akteure dabei anschlagen, wird ebenso wichtig sein wie die Wahl des richtigen Wegs. Die MCII wird dabei helfen.
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