Risikofaktor Wasser – Bodenversiegelung und Gletscherseeausbrüche

Nicht nur die Intensität des Niederschlags spielt bei Hochwassern und Überschwemmungen eine Rolle, sondern auch die Beschaffenheit des Gebiets, auf das der Regen fällt: Ist das Gelände eben oder geneigt? Gibt es enge oder weite Täler? Wie steht es um die Abflusskapazitäten der Flussläufe? Wie groß sind Rückhalte- und Speichervermögen? Der Grad der Versiegelung entscheidet darüber, wie viel Wasser in den Untergrund einsickern kann. Dabei spielt nicht nur die künstliche Versiegelung, etwa durch Städte- und Straßenbau, sondern auch die natürliche eine Rolle. Letztere ist abhängig von der Art des Bodens und den Niederschlagsmengen. Bei lang anhaltenden und starken Regenfällen kann der Untergrund irgendwann kein Wasser mehr aufnehmen. Zusätzlicher Niederschlag führt dann rasch zu Überschwemmungen.

Im Gegensatz dazu ist die künstliche Versiegelung meist eine Folge der Verstädterung. In vielen Städten Indiens kann der Ausbau der Kanalisations- und anderer Drainagesysteme nicht mit dem schnellen Siedlungswachstum Schritt halten. Ihre Überlastung führt zu Rückstau und zur Überflutung des Geländes.

Weitere Gefahren bestehen, wenn Gletscherseen ausbrechen und Permafrost schmilzt. Hauptverantwortlich dafür, dass Gletscher im Himalaya wachsen oder schmelzen, sind Menge und Art des Sommerniederschlags. Mit der Klimaerwärmung steigt die Null-Grad-Grenze an, die Gletscher erhalten weniger Schnee und mehr flüssigen Niederschlag – die Eisriesen schrumpfen. Gleichzeitig tauen die gefrorenen Hänge, der Permafrost, in der Höhe zunehmend auf. Durch Gletscher und Moränen gestaute Seen brechen aus, Berghänge werden instabil, Lockermaterial und Schlammlawinen rutschen ab. Mit den steigenden Regenmengen wächst zudem die Gefahr der Bodenerosion. Darüber hinaus erhöhen immer mehr Schutt, Kies und Sand die Sedimentfracht in den Flüssen – ein Problem für Stauseen und Wasserkraftwerke.