Wolfgang Kron

Hochwasser

Überschwemmungskatastrophen und in ihrer Folge volkswirtschaftliche und versicherte Schäden haben in den vergangenen Jahrzehnten signifikant zugenommen. Geeignete Vorsorgestrategien müssen alle Aspekte von der Entstehung des Hochwassers bis zur Vermeidung des Schadenpotenzials umfassen. Gefordert sind neben der Versicherungswirtschaft auch der Staat und die Betroffenen.

Überschwemmungen sind neben Stürmen die häufigste Ursache für Schäden aus Naturereignissen. Rund ein Drittel aller Schadenereignisse und ein Drittel der volkswirtschaftlichen Schäden sind weltweit auf die Folgen von Hochwasser zurückzuführen; fast die Hälfte aller Menschen, die in den vergangenen Jahrzehnten bei Naturkatastrophen getötet wurden, waren Hochwasseropfer.

Gleich die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts haben eines deutlich gemacht: Rund um den Globus ist mehr und mehr mit Überschwemmungskatastrophen zu rechnen. Genannt seien hier als die größten einer Vielzahl von Ereignissen in der jüngsten Vergangenheit die Fluten in Mosambik (2/2000), in den Südalpen (10/2000), in England (11/2000), Texas (6/2001), Mittelchina (8/2002 und 6/2003), Mittel- und Osteuropa (8/2002), Südfrankreich (12/2003) sowie Indien und Bangladesch (8/2004).

Weltweit betrachtet entstanden allein durch die großen Überschwemmungskatastrophen in den Neunzigerjahren Schäden von über 200 Milliarden US$. Dabei ist ein dramatischer Anstieg der Dekadenwerte bei der Anzahl wie auch bei den volkswirtschaftlichen und versicherten Schäden klar erkennbar, selbst wenn die Zahlen für das letzte Jahrzehnt im Vergleich zu den Neunzigerjahren kleiner sind.

Aber es sind nicht nur die großen, spektakulären Ereignisse, die Schäden anrichten; man kann vielmehr davon ausgehen, dass die vielen kleinen und mittleren lokalen Überschwemmungen in ihrer Summe noch einmal mindestens denselben Schadenbetrag beisteuern.

Der Anteil der versicherten Schäden bei Überschwemmungen ist im Gegensatz zu Beschädigungen durch Stürme üblicherweise gering. Das liegt auch daran, dass der Großteil der Schäden an öffentlichen Einrichtungen auftritt: an Straßen, Bahnlinien, Deichen, Gewässerbetten und Brücken sowie anderen Infrastruktureinrichtungen (z.B. Wasserversorgung und -entsorgung).