Auswirkungen im Winterhalbjahr

Winterstürme
  • Insbesondere seit den 70er-Jahren bis etwa 1990 nahmen die Zahl der Orkantiefs, die über dem Atlantik entstehen, sowie der Anteil an Westwetterlagen zu.
  • Viele Klimamodelle zeigen für die kommenden Jahrzehnte bis zum Ende des 21. Jahrhunderts, dass winterliche Sturmtiefs über dem Nordatlantik zwar abnehmen, schwere Stürme jedoch deutlich zunehmen werden. Folge: Die Wintersturmgefährdung in Europa wird insgesamt ansteigen.
  • Modelle sehen eine höhere Windgefahr, insbesondere in einem Korridor über die Britischen Inseln hinweg nach Mitteleuropa, wobei auch Nordfrankreich, die Beneluxstaaten, Dänemark und die Nordhälfte Deutschlands betroffen sein werden.
  • Ensemblestudien mit mehreren Klimamodellen prognostizieren für Deutschland als Folge von Winterstürmen Steigerungen der Jahresschadensätze um 114 % zwischen der Referenzperiode 1960–1990 und der Szenarioperiode 2070–2100.
Starkniederschläge, Hochwasser
  • Die Zunahme westlicher Anströmungen im Winterhalbjahr führte in den vergangenen Jahrzehnten auch dazu, dass die Niederschläge im Westen und Süden Deutschlands um 20–30 % anstiegen. Starkniederschläge und Hochwasser waren häufig die Folge.
  • Zwischen dem Mittel 1961–1990 und der Periode 2071–2100 wird nach einer Klimamodell-Analyse des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie ein Anstieg des saisonalen Winterniederschlags in Gesamtdeutschland von 10 bis 20 % erwartet, an der Nordseeküste, in Schleswig-Holstein und in den Mittelgebirgsregionen von bis zu 30 %.
  • In der Schweiz gab es über die vergangenen 100 Jahre sehr viel mehr Tage mit Starkniederschlagsereignissen mit mindestens 70 mm (auf mindestens 500 km2 Fläche) auf der Alpennordseite und in den inneren Alpen.
  • Im Schweizer Mittelland und in der südlichen Schweiz, in weiten Teilen Ober- und Niederösterreichs, im Burgenland, in der Steiermark und in Kärnten, in den meisten Teilen Tschechiens, in Teilen der Slowakei sowie in den alpinen Regionen Norditaliens werden Zunahmen des winterlichen Niederschlags zwischen 10 und 20 % prognostiziert.
Wärmere Winter
  • Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird die bodennahe Temperatur im Winter in der Nordhälfte Deutschlands um 3–4 °C gegenüber 1961–1990 steigen.
  • In der Südhälfte Deutschlands, der Schweiz, Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn sowie in Norditalien werden sich die Temperaturen um mehr als 4 °C erhöhen.
  • Intensität und Häufigkeit winterlicher Starkniederschläge werden substanziell zunehmen. Dieser Niederschlag wird häufiger nicht als Schnee, sondern als Regen fallen. Die Hochwassergefahr steigt.
  • Die schneesicheren Gebiete im Alpenraum, die für Wintersport geeignet sind, werden sich bei einer Erwärmung um regional 2 °C, die schon in wenigen Jahrzehnten erreicht sein wird, um 40 % reduzieren. Bei einer Erwärmung um 4 °C werden nur noch 30 % dieser bereits reduzierten Fläche zurückbleiben.
Rückzug der Permafrostgebiete
  • Der Rückzug hoch gelegener Permafrostareale und die vermehrten Frost-Tau-Zyklen lösen Fels und Schutt, sodass sich Steinschläge und Murengänge häufen und intensiver ausfallen können.
  • Da mehr Niederschlag im Winter als Regen fällt, werden aufgeweichte Hänge häufiger rutschen.