Auswirkungen im Sommerhalbjahr

Hitzewellen
  • Die Temperatur wird in den Sommerhalbjahren bis zum Ende des 21. Jahrhunderts weiter steigen: in der Nordhälfte Deutschlands um 2,5–3,5 °C gegenüber dem Mittel 1961–1990, in der Südhälfte sowie im Südwesten Tschechiens, in ganz Österreich, der Schweiz, Norditalien und Slowenien um mehr als 3,5 °C. Vielerorts werden Hitzewellen zunehmen.
  • Für Oberösterreich zeigen Szenarien, dass Hitzeperioden von mindestens 20 Tagen (Temperaturen über oder knapp unter 30 °C), die zurzeit im Schnitt etwa alle 20 Jahre vorkommen, etwa alle 2 Jahre auftreten. Auch zu Trockenperioden – oft wie Hitzeperioden mit Hochdrucklagen verbunden – wird es sowohl in Oberösterreich als auch im Burgenland und in der Steiermark deutlich öfter kommen.
  • Mehr Hitze- und Trockenepisoden sind nach den Ergebnissen der Klimaforschung auch für die Schweiz, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Norditalien und Slowenien zu erwarten.
Niederschläge
  • Der Gesamtniederschlag im Sommerhalbjahr nimmt zwar ab, doch können einzelne Ereignisse deutlich intensiver ausfallen, weil sich die Regenmenge auf weniger Ereignisse verteilt.
  • Ein Klimamodell zeigt, dass der von Juli bis September gemittelte Niederschlag gegenüber 1961–1990 deutlich zurückgehen wird, in Teilen Österreichs, Norditaliens und Tschechiens sowie in der Schweiz und der Slowakei sogar um 20–30 %.
  • Umgekehrt ergibt sich eine Zunahme bei den 1 % stärksten sommerlichen Fünftagesniederschlägen in Teilen Norditaliens und der nördlichen Schweiz sowie in einem Band, das Nordösterreich und weite Teile Tschechiens, Polens und den Osten Deutschlands umfasst.
  • Klimamodelle zeigen, dass es in einem wärmeren Klima weniger sommerliche Regentiefs geben könnte, die sich infolge der mitteleuropäischen Trogwetterlage im nördlichen Mittelmeerraum bilden; die Ereignisse könnten jedoch intensiver werden.
Gewitter
  • Die Neigung zu Gewittern mit den Gefahren Hagel, Starkböen/Tornado, Sturzflut und Blitzschlag wird regional unterschiedlich zunehmen. Beobachtungen, die das bestätigen, liegen aus dem Schweizer Mittelland und dem Südwesten Deutschlands vor, wo sich dies seit 30 Jahren direkt messen lässt.
  • Da nach den Schweizer Beobachtungen auch die europäischen Wetterlagen, die Gewitter fördern, über das 20. Jahrhundert hinweg häufiger wurden, sind solche lokalen Zunahmen auch für weitere Regionen Mitteleuropas naheliegend, wenn auch bisher schwer nachweisbar. Die Klimamodelle sind noch zu grob, um diese Effekte in ihren Projektionen aufzulösen. In den von feuchten adriatischen Luftmassen bestimmten Regionen Norditaliens, Sloweniens und Südösterreichs werden sich die Menschen auf intensivere Gewitter mit Hagelschlag, Starkniederschlägen und Böen einstellen müssen.
Westeuropäische Trogwetterlage
  • Von September bis November wird die Mittelmeerküste von Südostspanien über Norditalien bis Slowenien immer wieder von extremen Starkniederschlagsereignissen mit Hochwasserfolge betroffen. Zu erwarten ist, dass spätsommerliche bzw. herbstliche Starkniederschlagsereignisse in den Mittelmeerländern zukünftig noch häufiger und intensiver auftreten werden.