Klimawandel und Versicherung
Seit 1861 gibt es Messungen der globalen Mitteltemperatur; für die letzten 1000 Jahre existieren zuverlässige Temperaturschätzungen für die nördliche Hemisphäre. Die Messungen zeigen einen klaren Trend: Die Durchschnittstemperatur der Erde steigt an — allein seit 1900 bereits um 0,7 °C.
Die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnung fallen alle in die Zeit nach 1995. Im Jahr 1998 gab es sogar einen neuen Rekord: Die Temperatur erreichte einen Höchstwert, der alle im letzten Jahrtausend ermittelten Werte übersteigt. Das Jahr 2005 reiht sich an zweiter Stelle ein.
Ein Temperaturanstieg um 0,7 °C mag moderat erscheinen. Aber: Zwischen Eiszeit und Warmzeit, die sich aufgrund natürlicher Faktoren abwechseln, liegt auch nur ein Unterschied von 6-7 °C in der globalen Mitteltemperatur!
Gerade die besonders starke Erwärmung innerhalb der letzten drei Jahrzehnte kann durch natürliche Einflüsse nicht mehr erklärt werden. Für die Wissenschafter der GeoRisikoForschung der Münchener Rück steht daher fest: Diese Klimaerwärmung ist vom Menschen gemacht und wird massive Auswirkungen haben.
Ein Überblick über die Jahre 1950 bis 2005 zeigt, dass die großen wetterbedingten Naturkatastrophen massiv zugenommen haben. In den Jahren 1994-2005 ereigneten sich beinahe dreimal so viele große wetterbedingte Naturkatastrophen wie in den 1960ern.
Ein noch eindeutiger Trend zeigt sich bei den Schäden: Die volkswirtschaftlichen Schäden vervielfachten sich im selben Zeitraum um den Faktor 5,3 — die versicherten Schäden gar um den Faktor 9,6. Hauptverursacher waren jeweils Überschwemmungen und Stürme. Die meisten Todesopfer forderten die "nassen Stürme", nämlich über drei Viertel.