Wahrscheinliche Folgen des Klimawandels

Treibhauseffekt beschert uns mehr Niederschläge und Stürme ...

Zu den wahrscheinlichsten Auswirkungen der globalen Erwärmung zählen häufigere Wetterextreme, etwa heftige Niederschläge, Stürme und Extremtemperaturen - und dadurch zahlreichere und größere Schadenereignisse. Die Klimaerwärmung erhöht generell die Aufnahmefähigkeit der Luft für Wasserdampf und damit das Niederschlagspotenzial (Starkregen). In milderen Winter gibt es außerdem weniger Schnee und Frost, stattdessen mehr Niederschläge. Das erhöht das Überschwemmungsrisiko wegen größerer Abflussmengen und wassergesättigter Böden. Daneben vermindern milde Temperaturen im Winter auch die Schneeflächen, über denen sich früher stabile Kältehochs bildeten als Barriere gegen die Sturmtiefs, die vom Atlantik heranziehen - Orkane können also ungehindert durchziehen. Dass die Sturmfrequenz tatsächlich zunimmt, ist noch nicht abschließend erwiesen, wird aber "für wahrscheinlich gehalten". Als gesichert gilt, dass die winterlichen Niederschlagsmengen steigen, wodurch die Winterstürme feuchter und schadenintensiver werden.

... und wärmere Sommer

Wärmere und trockenere Sommer bringen vermehrt Hitzewellen und Dürren mit sich. Die Folge sind Schäden durch Waldbrände, Einbußen z. B. im Agrarsektor, in der Binnenschifffahrt und bei der Energieversorgung. Bei großer Hitze sind auch Gebäudeschäden durch Bodensenkungen bei Lehmböden denkbar, wie sie in Großbritannien bereits aufgetreten sind. Auch mit einem höheren Gesundheitsstress und einer höheren Sterblichkeit älterer Menschen unter großer Hitze wird zu rechnen sein. Der Rekordhitzesommer 2003 mit rund 35.000 hitzebedingten Sterbefällen in Europa (Earth Policy Institute) kann als "Sommer der Zukunft" angesehen werden. Andererseits ergeben sich auch bei den sommerlichen Niederschlägen spürbare Veränderungen: Obgleich die Niederschläge insgesamt eher abnehmen werden, sind Intensitätssteigerungen zu erwarten bei den starken konvektiven Ereignissen, also Gewittern, die von Hagelschlägen und Tornados begleitet sein können. Wetterextreme haben nicht nur menschliche und sozialen Auswirkungen, sie richten auch besonders hohe finanzielle Schäden an, da weder Menschen noch Systeme (z. B. Infrastruktur) darauf vorbereitet sind.

Weitere globale Folgen des Treibhauseffekts

Zusätzlich wird man damit rechnen müssen, dass sich Wüstenregionen ausbreiten. Dürrezustände und der globale Wassermangel dürften sich verschärfen. Die heute intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen werden sich verlagern, z. B. von Teilen der USA nach Kanada. Da sich das Wasser der Ozeane erwärmt, wird der Meeresspiegel steigen und verstärkt zu Küstenerosion und entsprechenden Sachschäden beitragen. Man wird auch mit intensiveren tropischen Wirbelstürmen rechnen müssen.

Heute noch intakte Waldgürtel der Erde werden vermutlich geschädigt werden und so künftig als CO2-Speicher ausfallen; dies wird den Treibhauseffekt weiter anheizen. Grundsätzlich wird man davon ausgehen dürfen, dass Ökosysteme sich verändern werden mit nicht vorhersehbaren Folgen für das Nahrungsangebot. Auch auf Risiken im Zusammenhang mit neuen Krankheiten und Epidemien wird man sich einstellen müssen. Allerdings sind auch positive Folgen des erhöhten CO2-Gehalts denkbar, z. B. verbessertes Pflanzenwachstum.

Es scheint ausgeschlossen, den anthropogenen Treibhauseffekt in den nächsten Jahrzehnten aufzuhalten. Selbst bei einem sofortigen Stopp aller Emissionen würden die meisten Treibhausgase wegen ihrer langen Verweildauer noch über Jahrzehnte in der Atmosphäre ihre Wirkung entfalten. Neue Herausforderungen für Wissenschaft und Gesellschaft liegen künftig darin, Möglichkeiten der Anpassung an die Lebensbedingungen, die sich durch den Treibhauseffekt verändern, zu erschließen und Wege zur Vermeidung einer weiteren Steigerung des anthropogenen Treibhauseffekts zu suchen.