Einer der größten Schadenfälle der vergangenen Jahre: das brennende Kühlschiff Cala Palma. Erst nach zwei Tagen konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.

Mehrere hundert Grad Celsius betrug die Temperatur in den Laderäumen der Cala Palma. Einzig Löschschaum und Kühlwasser von außen halfen zunächst.

Reparatur und Umbau

Werften bauen nicht nur Seeschiffe, sie führen auch Wartungs- oder Reparaturarbeiten aus – einige konzentrieren sich sogar ausschließlich darauf. Beim täglichen Einsatz auf See sind Schiffe hohen Belastungen ausgesetzt, die nicht selten zu Schäden führen: Am häufigsten kommen Risse an den Schweißnähten oder mechanische Beschädigungen wie Beulen oder Korrosion vor. Auch Schäden an Maschinen- und Ruderanlagen sind möglich.

Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, wird der technische Zustand von Seeschiffen regelmäßig von Klassifikationsgesellschaften geprüft – dem "TÜV" der Schifffahrt. Ist die Besichtigung erfolgreich, wird die Klasse des Schiffs erneuert; das bestätigt offziell, dass es den Klassifikationsrichtlinien und Bauvorschriften der Gesellschaft entspricht.

Neben Reparaturen werden auf Werften auch Umbauten vorgenommen. So erfordern es Entwicklungen auf dem internationalen Schifffahrtsmarkt, aber auch technische Fortschritte oft, ein Schiff größer – also länger – oder schneller zu machen. Oder für einen neuen Einsatzzweck komplett umzubauen, etwa ein Massengutschiff (bulk carrier) in einen Viehtransporter oder eine Ro-Ro-Fähre (Roll-on-Roll-off-Fähre) in ein Kreuzfahrtschiff.

Schadenbeispiel: Brand auf der Cala Palma

Auch die Cala Palma sollte größer werden. Das Ziel: das Kühlschiff, Baujahr 2000 mit 13.346 GT, um rund 15 m auf 190 m zu verlängern. Während es sich im Sommer 2006 in Bremerhaven im Dock befand, durchtrennte man es und fügte eine neue Mittschiffssektion ein. Bei den abschließenden Arbeiten brach am 8. August ein Brand aus: Offenbar hatte das Material, das die Kühlräume (Laderäume) isoliert und normalerweise nur schwer entflammbar ist, Feuer gefangen.

Die Temperatur in den Laderäumen betrug mehrere hundert Grad Celsius und die Flammen fraßen sich unaufhaltsam durch das Schiff. Da die Hitze die Stiefelsohlen der Einsatzkräfte sowie die Visiere der Schutzhelme geschmolzen hätte, konnte die Feuerwehr zunächst nur von außen Löschschaum in die Laderäume pumpen und die Schiffswände äußerlich mit Wasser kühlen. Über 40 Feuerwehrleute waren im Einsatz, trotzdem wurde der Brand erst nach zwei Tagen unter Kontrolle gebracht. Ein Totalschaden wurde vermieden – dennoch schätzt man den Gesamtschaden auf eine zweistellige Millionenhöhe.

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