Günter Wichmann, Edwin Mast
"Ein Schiff sieht Land" – Risiken des modernen Schiffbaus
Spektakuläre Schäden bei Bau, Umbau oder Reparatur von Schiffen auf Werften sind keine Seltenheit. Weltweit betrug der versicherte Schaden in den vergangenen fünf Jahren über 750 Millionen US$. Der Risiko bewertung kommt eine tragende Rolle zu - dabei gilt es, zahlreiche Faktoren zu beachten.
Seeschiffe werden im Trockendock gebaut oder - das allerdings immer seltener - auf einer Helling, einer geneigten Ebene. Schwimmdocks dagegen setzt man überwiegend für Reparaturarbeiten ein. Im modernen Schiffbau werden immer mehr Schiffe vollständig in Hallen produziert. Selbst große Passagier- und Containerschiffe fertigt man inzwischen in überdachten Baudocks.
Das Trockendock besteht üblicherweise aus einem Betonbecken, dessen Boden den Tiefgang des größten zu bauenden Schiffs übersteigen muss. Das Docktor schließt das Becken zum Wasser hin ab. Das Schiff ruht auf Pallungshölzern, die sich aus Stahl- oder Zementblöcken mit mehreren Lagen Kantholz zusammensetzen.
Nach dem Stapellauf von der Helling bzw. dem Aufschwimmen des Schiffrumpfs im Baudock wird dieser zum Ausrüstungskai verholt und fertig ausgerüstet. Nach der Endausrüstung führt man abschließende Tests und die Werftprobefahrt durch.
Der Bau des Schiffsrumpfs macht den maßgeblichen Teil des Fertigungsprozesses aus: Der Rumpf eines großen Containerschiffs etwa besteht aus über 100.000 Einzelteilen.
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