Risikoerkennung
Die Risikoerkennung ist nach der Risikosensibilisierung für Unternehmen besonders bedeutsam. Mihilfe von acht verschiedenen Überwachungsbereichen können die Haftpflichtrisiken lokalisiert werden: Technologie, Politik, Wirtschaft, Beschaffung, Produktion, soziale Risiken, Ökologie und Absatz.
Technologie
In diesem Überwachungsbereich können beispielsweise durch veraltete Maschinen oder sonstige Einrichtungen mangelhafte Produkte erstellt werden.
Politik
Einführung neuer Gesetze, welche die Haftung erhöhen, z. B. Umweltschutzgesetze, Produktschutzgesetze.
Wirtschaft
Ein Unternehmen muss immer die Konkurrenz beobachten. Es darf nicht den Anschluss an neue Technologien versäumen.
Beschaffung
In der Beschaffung kann unter Umständen eine große Gefahr für das Unternehmen lauern. Für den Haftpflichtversicherer sind die Lieferanten besonders interessant, da sie dem Unternehmen die eigentlichen Rohstoffe, Ausgangsmaterialien für die Herstellung, liefern. Wichtig ist hier dann, um schon von Anfang an Schäden, etwa Rückrufe, zu vermeiden, nach welchen Qualitätsstandards die Ausgangsstoffe hergestellt werden, wie der Wareneingang des Unternehmens aussieht, wie dokumentiert wird usw.
Produktion
Die Produktion darf nicht unterbrochen werden, muss sicher erfolgen und entsprechende Qualität liefern. In ihr können große Gefahren für den Haftpflichtversicherer lauern, z. B. im Umweltbereich durch die eingesetzten Medien, die chemischen Agenzien, Emissionen oder mangelnde Entsorgungstechnik wie auch bei der Arbeitssicherheit, die den Arbeitnehmern nur mangelnde Sicherheitstechnik zur Verfügung stellt, wenn z. B. Atem- und Mundschutz fehlen.
Produkte
Mangelhafte Produkte können Sachschäden verursachen. Beispiel: Hersteller von Benzinfiltern, Herstellung bewirkt hohe Reklamationsquote. Folge: Reparatur der Motoren und Rückruf der Filter.
Soziale Risiken
Durch mangelhafte Motivation der Arbeitnehmer kommt es zu hohen Fehlzeiten im Betrieb. Die Maschinen, die von Spezialisten bedient werden, werden nunmehr mit weniger qualifiziertem Personal betrieben. Folge: keine 100-prozentige Qualität, somit keine sicheren Produkte.
Ökologie/Absatz
Ein Thema, das immer wichtiger wird. Auf diesem Gebiet können sich sehr schnell Unternehmenskrisen ereignen. Gerät ein Produzent negativ in die Presse, kann dies sehr rasch dazu führen, dass seine Produkte nicht mehr am Markt absetzbar sind. Über die meist ökologischen Folgen während der Produktion ? schwermetallhaltige Abluft, Abwässer, Lager, eingeschränkte Arbeitssicherheit und dergleichen ? braucht man hier gar nicht mehr weiter zu reden.
Hierbei muss betont werden, dass sich diese acht Überwachungsbereiche ständig gegeneinander verschieben, wodurch auch ständig neue Risikosituationen für Unternehmen entstehen können ? vor allem für global operierende Unternehmen. In solchen Fällen kann ein dementsprechend ausgerichtetes Riskmanagementteam oder -system zumindest versuchen, diese Sachlage zu beherrschen.
Es handelt sich also um ein sich stetig veränderndes Risiko, das nur mit einem strategisch ausgerichteten Riskmanagementansatz bewältigt werden kann.