Großbrand bei einem Tiefkühlproduzenten

Schadenhergang

Gegen 6.30 Uhr meldete man einen Brand in einer von drei Werkshallen des Herstellers. Als die ersten Löschkräfte eintrafen, schlugen die Flammen bereits meterhoch. Das Feuer war in einer vollautomatisierten Palettieranlage ausgebrochen und griff schnell auf die riesige, rund 6.000 m2 große Halle über. Anwohner bestätigten, dass das Gebäude gegen 6.45 Uhr bereits ein einziges Flammenmeer war; mehrere Explosionen gefährdeten die umliegenden Privathäuser.

Weitere Löschkräfte wurden nachalarmiert und auch die Feuerwehr eines nahe gelegenen Militärflughafens entsandte Personal. Insgesamt waren rund 300 Feuerwehrleute im Einsatz. Zusätzliche Erschwernis: Das Feuer brachte mehrere Kühlleitungen mit Ammoniak zum Platzen, sodass sich eine giftige Rauchwolke über der Einsatzstelle bildete. Als sie in Richtung Stadt zog, evakuierte man vorsorglich die Anlieger; eine vielbefahrene Bahnstrecke, die am Firmengelände entlangläuft, wurde eine Stunde lang gesperrt.

Da die Werkshalle nicht gerettet werden konnte, konzentrierte sich die Feuerwehr schließlich darauf, die angrenzenden Gebäude zu schützen: Man lenkte die städtische Wasserversorgung teilweise um und zog aus 18 Hydranten gleichzeitig Löschwasser. erst am Nachmittag konnten die letzten Einsatzkräfte abrücken.

Schaden

Obwohl man den Entstehungsbrand frühzeitig erkannt hatte, breitete sich das Feuer bis zum Eintreffen der Feuerwehr rasend schnell aus. Für die Halle war ein Totalschaden zu verzeichnen, die Flammen fraßen sich über Verpackungsfolien, das Transportsystem aus brennbarem Kunststoffgliederband sowie den ebenfalls brennbaren Dachbereich aus Holzschalung mit Bitumendacheindeckung zügig fort. Das Gebäude bestand aus Stahlbetonstützen und -bindern mit einer Dacheindeckung aus Trapezblech mit Schaumdämmung und Kunststofffolienabdichtung.

Im Abschnitt Palettierung waren Metallprofil-Sandwichelemente mit Schaumdämmung für die Außenwände vorhanden, im Abschnitt Produktion Porenbeton-Wandpaneele und Innenausbauten mit Metallprofil-Sandwichelementen – diese ebenfalls mit Schaumdämmung.

Neben der Palettieranlage zerstörten die Flammen Fertigungslinien, Förder-, Einschweiß- und Frosteranlagen. Zudem machten Rauchgase, Löschmittel und aus der Kühlanlage ausgetretenes Ammoniak die Lebensmittel weitestgehend unbrauchbar.

Die beiden benachbarten Gebäude – Produktions- und Kühlhalle – wiesen keine thermischen Schäden auf, allerdings waren Reinigungsarbeiten nötig.

Schadenursache

Nach ersten Erkenntnissen löste den Brand ein technischer Defekt in einer Bündelmaschine für tiefgekühlte Gemüse- und Fertiggerichtpakete aus. Bei der Endverpackung werden hier Tiefkühlkost- Pakete sortiert und mit PE-Folie umwickelt. Diese wird anschließend mit Heißluft geschrumpft – das Heißluftgebläse hatte sich aufgrund des Defekts überhitzt.

Resümee

Bei diesem zweitgrößten Schaden der Nahrungsmittelindustrie 2006 in Deutschland wurde eine große Produktionshalle vollständig zerstört. Das Feuer war in der automatischen Palettieranlage ausgebrochen und hatte schnell auf das gesamte Gebäude übergegriffen. Besonders ungünstig wirkte sich auch hier die Bauweise aus: leicht brennbare Materialien wie Sandwichelemente mit Schaumdämmung. Nur die Brandabschnittstrennungen zum nächsten Gebäude und zum Kühlhaus verhinderten, dass sich der Brand fortsetzte.

Für Gebäude, Betriebseinrichtungen, Vorräte, Schadenminderung und Betriebsunterbrechung musste nach ersten Schätzungen mit einem Gesamtschaden von bis zu 70 Millionen € gerechnet werden.

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