Aufgehendes Bauwerk

Nicht nur Höhe und Design machen den Burj zu etwas Besonderem, extrem sind auch die Anforderungen an Betonarbeiten (Betonqualität, Förderung und Schalungskonzept), Baukräne und Brandschutz.

Betonarbeiten

Um möglichst schlanke Bauteile ausführen zu können, verwendet man Betone mit hoher Druckfestigkeit, maßgebend sind Zementqualität und Korngröße der Zuschlagstoffe. Fachgerechte Mischung und Förderung sorgen dafür, dass der Beton beim Einbau richtig abbindet und die ihm zu bemessene Tragkraft entfaltet. Doch die hohe Tagestemperatur gestattet nur kurze Transportwege, meist wird deshalb nachts betoniert. Drei Mischanlagen mit einer Gesamtkapazität von 120 m3/h stehen direkt neben der Baustelle. Steig-, Verteiler- und Spülleitungen führen zu den Einbaustellen, alle Leitungen sind entsprechend dem Baufortschritt nachzuführen.

Die bisher höchste vertikale Förderung lag bei 532 m, beim Burj sind 601 m zu bewältigen. Die Betonpumpen haben extreme Förderdrücke aufzubauen - erwartet werden 200 bar. Also entwickelte man besondere Superhochdruck-Pumpen - Rohrleitungen, Kupplungen und Verschlussorgane müssen die Drücke aufnehmen können. Außerdem spielt auch hier die hohe Tagestemperatur wieder eine Rolle. Große Dehnungen in den vertikalen Betonförderleitungen sind wahrscheinlich. Zudem können hohe Drücke zu Stopfern in der Förderleitung führen, die z. B. entstehen, wenn der Beton beim Fördervorgang entmischt wird. Also setzt man Betonzusatzmittel wie Superverflüssiger ein, um die richtige Konsistenz zu erhalten.

Die schwierigen bau- und schalungstechnischen Aufgaben unterliegen strengsten sicherheitstechnischen Auflagen. Unter anderem ermöglichen spezielle Selbstkletterschalungen den schnellen Baufortschritt. Alle Mannschaften für den Dreischichtbetrieb sind besonders geschult und nehmen jeden Monat an sicherheitstechnischen Besprechungen teil. Um die Deckenschalungsarbeiten abzusichern, klettert ein weiteres spezielles, unabhängiges Schutzschildsystem mit. Es bewahrt Menschen vor einem Sturz von den Deckenrändern und die unteren Baustellenbereiche vor herabfallendem Baumaterial. Und: Um zu verhindern, dass der Gebäudekern wellenförmig klettert, vermisst man ihn während des Bauens mit modernster GPS-Vermessungstechnik.

Baukrane

Drei Nadelauslegerkrane klettern im Gebäudekern in Führungsrahmen. Ihr Vorteil: Der Drehkreisradius der Maschinenbühne ist kurz, was umso wichtiger wird, je mehr sich der Turm verjüngt. Das Eigengewicht der Krane sowie die Kräfte und Momente aus den Nutzlasten des Baubetriebs leitet man über die Rahmen in das Gebäude ab. Die größte Gefahr besteht darin, dass unzureichend gesicherte Baulasten herabfallen könnten. Auch Materialversagen bei den Kranen ist denkbar. Beim Bauprojekt Burj sind wegen der außergewöhnlichen Anforderungen Baumaschinen und -ausrüstung getrennt von der CAR-Police versichert.

Brandschutz

Auf der Großbaustelle "Downtown Dubai" gab es bereits einige Feuerereignisse. Dem Brandschutz für den Burj kommt deshalb und aufgrund seiner extremen Höhe eine besondere Bedeutung zu.

Das Brandrisiko lässt sich vor allem durch organisatorische Maßnahmen mindern, korrekte Ausrüstung und genaueste Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften sind bei rund 2.000 Mitarbeitern in drei Schichten unabdingbar. Dazu zählen z. B. striktes Rauchverbot und brandschutztechnische Auflagen bei Schweiß- und Schneidarbeiten im Stahlbau. Außerdem ist die Baustelle ständig von brennbaren Abfällen zu säubern.

Für den technischen Brandschutz ist das Hochziehen einer Feuerlöschdruckleitung mit dem Baufortschritt unabdingbar. Nur so steht bei Ausbruch eines Feuers während der Bauzeit Löschwasser in ausreichender Menge und Druck am Brandherd zur Verfügung. Zudem sind bereits während des Baus zahlreiche Aufzüge vorhanden, sodass eine schnelle Evakuierung der Baustelle stets gewährleistet ist.