Kumul unter Kontrolle – warum die Öl/Gas- und Pharmaindustrie weniger anfällig sind
Verglichen mit der Automobil- bzw. Halbleiterindustrie zeigen unsere Analysen, dass die Öl/Gas- und Pharmaindustrie eine deutlich geringere CBI-Kumulexponierung aufweisen.
Zwar sind beachtliche Einzelschäden möglich, angesichts bekannter Abhängigkeiten und überschaubarer Querverbindungen lassen sie sich aber gut quantifizieren, was bereits als Bestandteil der PML-Festlegung beim Underwriting erfolgt. Aufgrund des großen Markts, der freien Handelbarkeit, des einfachen Transports und der Vorratshaltung von Roh- und Endprodukten (Öl-/Gasindustrie) bzw. von Produkten für Wirkstoffproduzenten (Pharma) erscheinen Szenarien, die einen massiven Produktionsausfall vieler großer Hersteller über einen längeren Zeitraum zur Folge hätten, als nicht realistisch.
Unter den Pharmafirmen gibt es auch Lohnfertiger, also Firmen, die keine eigene Forschung und Entwicklung betreiben und sich auf die Wirkstoffproduktion spezialisiert haben. CBI-Kumulschäden, die sich bei der Lizenzproduktion ergeben, sind wegen der Größe der Firmen aber relativ unwahrscheinlich. Bei den großen Pharmaherstellern ist Lohnfertigung nicht üblich, die gesamte Wertschöpfung findet meist innerhalb des eigenen Konzerns statt.
Um die medizinisch notwendige Versorgung sicherzustellen, bestehen zudem Unterstützungsabkommen konkurrierender Unternehmen. Darin verpflichten sich diese, bei einem Schaden an den Produktionsanlagen gegenseitig Fertigungskapazitäten zur Verfügung zu stellen.