Autor Andreas Schlayer

Herausforderungen bei neuen Fertigungstechnologien

Halbleiter befinden sich heute in einer Vielzahl von Produkten. Der überwiegende Teil der Chips wird im Planarverfahren hergestellt, bei dem die einzelnen mikroelektronischen Schaltungen auf einem Halbleitersubstrat (Wafer) erzeugt werden, indem man gezielt Materialschichten aufbringt. Je feiner die Strukturen, desto mehr Chips finden auf einem Wafer Platz. Bei der Prozessor- und Speicherchipherstellung ist es üblich, die Strukturbreite in Nanometer anzugeben, um verschiedene Verfahren zu unterscheiden. Die fortschrittlichsten Prozesstechniken weisen derzeit Strukturen von lediglich 45 Nanometer auf.

Mit ihrer hohen Innovationsgeschwindigkeit und den technologischen Verbesserungen schafft die Halbleiterbranche die Voraussetzungen dafür, dass die Informationstechnologie voraussichtlich auch in den nächsten 10 bis 15 Jahren dem Moore’schen Gesetz folgen wird, das der Halbleiterpionier Gordon Moore bereits 1965 formulierte: Es besagt, dass sich die Zahl der Transistoren auf einem Mikrochip und damit dessen Leistungsfähigkeit etwa alle 18 bis 24 Monate verdoppeln.

Mehrere Lieferanten

Durch die kurzen Produktzyklen und den raschen Wandel der Produktionstechnologien ändern sich die Wechselwirkungen entlang der Wertschöpfungskette ständig. Gerade deshalb hat die Münchener Rück einen weiteren Schwerpunkt ihrer Branchenanalyse auf die Halbleiterhersteller gelegt und die wichtigsten Akteure auf dem Weltmarkt genauer unter die Lupe genommen. Denn die Vergangenheit zeigt, dass es zu beachtlichen CBI-Schäden kommen kann, wenn beim Ausfall eines Zulieferers zu wenig Vorräte vorhanden sind oder Kapazitätsengpässe auf dem Weltmarkt es erschweren, zu einem anderen Zulieferer zu wechseln. Die komplexen Verflechtungen innerhalb der Wertschöpfungskette können in drei Teilbereiche gegliedert werden:

  • Exponierung der Halbleiterindustrie gegenüber Herstellern von Ausgangsprodukten
  • Exponierung der Weiterverarbeiter gegenüber der Halbleiterindustrie
  • Exponierung des Handels gegenüber Weiterverarbeitern

Wichtigstes Ausgangsmaterial für die Chiphersteller sind die Wafer aus Silizium; weltweit sieben Firmen stellen diese an unterschiedlichen Standorten her. Um Abhängigkeiten zu vermeiden, beziehen die großen Chiphersteller ihre Wafer von mehreren Lieferanten. Da die Lagerhaltung dafür vergleichsweise geringe Kosten verursacht, ist es üblich, einen Vorrat für drei Monate zu haben. Fällt ein Zulieferer aus, bleibt genug Zeit, um andere Quellen zu nutzen. Die CBI-Kumulexponierung auf dieser Produktionsstufe ist daher vernachlässigbar.

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