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Der Hersteller eines Produktes trägt die Verantwortung für Entwicklung und Konstruktion, Herstellung und Fabrikation, Wartung und Instandhaltung sowie für die Einhaltung des Standes der Technik. Er ist aber auch verantwortlich dafür, Schaden vom Verbraucher abzuwenden und im Falle eines Falles ein fehlerhaftes Produkt vom Markt zu nehmen.
Ein Produkt muss in seiner Anwendung aus sich selbst heraus sicher sein. Nicht nur um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, muss ein produzierendes Unternehmen mit Unvorhersehbarkeiten rechnen und darauf vorbereitet sein.
Insbesondere vor dem Hintergrund sich verschärfender Haftungsgesetze drohen einem Hersteller von Produkten kostspielige Rückrufaktionen, die bis an die Grenze seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und manchmal auch darüber hinaus - gehen können. Der Rückruf ist für beide Seiten - Hersteller und Verbraucher --ein teurer und traumatischer Vorfall.
Jeder Verbraucher hat Anspruch auf den Schutz von Leben, Gesundheit und Eigentum. Trotz dieses schon seit Jahrzehnten verbrieften Anspruches hat sich gerade in jüngster Vergangenheit seine Mentalität, wenn es um die Durchsetzung dieser Ansprüche geht, gewandelt, nicht zuletzt wegen einer zunehmend verbraucherfreundlichen Legislative und Judikative.
Immer häufiger wird die Öffentlichkeit zur Erzeugung von Druck auf die Industrie genutzt. Nur eine strukturierte Organisation des Rückrufes, die in die Firmenphilosophie voll integriert ist, wird im Krisenfall zu den gewünschten Ergebnissen führen.
Vor der Planung eines Rückrufes sollten alle risikobestimmenden Faktoren des jeweiligen Betriebes erfasst und analysiert werden. Generell sollten die Betriebsstätten und die Organisation des jeweiligen Unternehmens besichtigt und anhand einer Risikomatrix bewertet werden. Schwachpunkte sind mithilfe eines Maßnahmenkataloges zu eliminieren und Restrisiken zu reduzieren oder vom Unternehmen zu akzeptieren.
Die erfolgreiche Durchführung eines Rückrufes fehlerhafter Produkte ist entscheidend vom Umfang und Inhalt des Planes abhängig. Als "erfolgreich" sollte ein Rückruf dann bezeichnet werden, wenn entweder gar kein Schaden beim Abnehmer eingetreten ist, d. h. der Rückruf frühzeitig durchgeführt wurde, oder wenn die Anzahl der Schäden gering, am besten auf dem Niveau vor Einleitung des Rückrufes gehalten werden konnte.