Chancen und Risiken des normalen Betriebes

Die Tabelle bewertet die Chancen und Risiken der erneuerbaren Energien im Vergleich zur konventionellen Energieerzeugung während des normalen, ungestörten Betriebes. Grüne Felder stehen für positive, rote für negative Eigenschaften.

Erläuterungen zu den einzelnen Kriterien:

Stromgestehungskosten

Die Kosten für Strom aus Fotovoltaik und Brennstoffzellen sind im Vergleich zum Strom aus allen anderen Quellen zurzeit noch sehr hoch. Beide Verfahren sind vor allem dort interessant, wo sie nicht mit anderen Arten der Energieerzeugung konkurrieren. Beispiele: abgelegene Häuser ohne Netzanschluss oder mobile Anwendungen wie Wohnmobile oder Yachten.

Um den Strombedarf konstant decken zu können und damit die Versorgung zu gewährleisten, müssen Netzbetreiber unvorhersehbaren Schwankungen der Strommenge vorbeugen. Dazu werden gleichzeitig so genannte Schattenkraftwerke betrieben. Der ökologische Vorteil der alternativen Energieerzeugung wird dadurch jedoch etwas relativiert. Vor allem bei der Windkraft weicht das tatsächliche vom prognostizierten oder vom mittleren Windangebot zumindest zeitweise stark ab.

Emissionen bei Herstellung/Bau

Beim Bau großer Wasserkraftwerke entstehen deutlich mehr Emissionen als bei anderen Arten erneuerbarer Energien. Ursachen: die Zementherstellung und die Bewegung großer Erdmassen für den Staudamm. Beim Bau eines Aufwindkraftwerks werden Emissionen ebenfalls bei der Zementherstellung für den Kamin und außerdem bei der Herstellung von Glas für die Dachfläche freigesetzt.

Emissionen im Betrieb

Im Betrieb sind erneuerbare Energien bei den Emissionen "unschlagbar". Kohlekraftwerke emittieren im Verhältnis zur erzeugten Energie die meisten Schadstoffe; die Menge hängt von den Maßnahmen für die Rauchgasreinigung ab. Selbst bei optimaler Rauchgasreinigung werden immer noch erhebliche Mengen Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben. Das gilt auch für Gaskraftwerke.

Räumliche Ausdehnung der Umweltbelastung

Geräuschemissionen und optischen Störungen durch rotierende Flügel sind die größten Umweltbelastungen, die Windkraftwerke verursachen. Die Probleme, die sich bei der Lagerung der Abfälle von Kernkraftwerken ergeben, sind auf den Lagerort und seine nähere Umgebung begrenzt.

Wasserkraftwerke belasten beim Bau die Natur meist erheblich. Ganz anders ist die Situation bei konventionellen Wärmekraftwerken: Sie sind durch ihren CO2-Ausstoß am globalen Klimawandel beteiligt.

Abfallbehandlung und -lagerung

Die schwierige Entsorgung der Abfälle von Kernkraftwerken ist bekannt: Hochradioaktive Materialien werden teilweise über weite Strecken transportiert, um sie zu Wiederaufbereitungsanlagen oder ihren Lagerorten zu bringen. Atommüll muss so gelagert werden, dass ein sicherer Einschluss über 10.000 Jahre gewährleistet ist. Bei Kohlekraftwerken fallen große Mengen Asche an, die deponiert werden müssen.