Montageversicherung

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg – vor allem wegen der Währungsunsicherheiten aus der Hyperinflation des verhängnisvollen Krisenjahres 1923 – suchte die Investitionsgüterindustrie möglichst umfassenden Versicherungsschutz gegen die Risiken, die während der Errichtung technischer Anlagen den kalkulierten Ertrag der ausführenden Unternehmen bzw. der Lieferanten gefährden konnten.

Dieser Forderung entsprach die Montageversicherung, die mit Unterstützung der Münchener Rück 1924 von der Atlantic-Versicherung und der Allianz auf dem Markt eingeführt wurde. Die Montageversicherung bot den Vorteil einer für den Unternehmer einfachen, kompletten Deckung nach dem Allgefahrenkonzept unter Einbeziehung der Feuer-, Explosions- und Naturgefahrenrisiken.

Die Vorteile des neuen Produktes waren derart bestechend, dass sich die Montageversicherung rasch auf dem europäischen Kontinent – aber auch in England und den USA als "Erection All Risks" bzw. "Builders’ Risk Insurance" – durchsetzte. In den letzten Jahren wurde diese Sachversicherung durch die zugehörige Vermögensschadenversicherung, die Montage-Betriebsunterbrechungsversicherung, ergänzt.

Erfolgsgarant: Weltweiter Risikoausgleich

Der weltweite Risikoausgleich durch Rückversicherung konnte dieser schwierigen Sparte zum Erfolg verhelfen, obwohl die Montageversicherung erheblich mehr als die Maschinenversicherung großschadenexponiert ist. Da die Montageversicherung dem Schutz der Unternehmer während der Errichtung und Erprobung der Anlagen diente, bestand noch Versicherungsbedarf für die Risiken, die nach Übergabe der maschinellen Anlagen an die Betreiber wegen der Gewährleistungsverpflichtung vom Unternehmer zu tragen waren.

Die hier greifende Maschinengarantieversicherung wurde 1927 eingeführt. Diese Versicherung deckt die Kosten für die Instandsetzung von Folgeschäden an versicherten Sachen, die durch Konstruktionsmängel, Material- oder Montagefehler etc. verursacht wurden.

Die Garantieversicherung bietet eine weitere Ergänzung zum umfassenden Angebot der Technischen Versicherungen, ist jedoch wegen Antiselektion für die Versicherungswirtschaft nur sehr schwer ertragreich zu betreiben.

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