Verhandlungsthemen: Brückeninstandsetzung und Sanierung

In regelmäßigen Schadenbesprechungen – vertreten waren alle beteiligten Parteien: der maßgeblich betroffene Haftpflichtversicherer, Sachverständige, die Straßenbehörde und die Rückversicherer – diskutierte man die Themen Brückeninstandsetzung und Sanierung. Experten, die der Haftpflichtversicherer beauftragt hatte, analysierten die Reparaturvarianten für einen Abschnitt von 60 m, denn auf dieser Länge war die Brücke verformt.

Variante 1 sah vor, ein etwa 40 m langes Segment auszutauschen. Eine sicherheitsorientierte Reparatur, die Risiken der Passgenauigkeit ausschließen würde, aber mit dem größten Baustellen- und Kostenaufwand verbunden wäre.

Variante 2 umfasste Richtarbeiten an den leicht verbeulten, thermisch geschädigten Stahlkonstruktionselementen und den anschließenden Austausch eines 20 m langen Verbindungsstücks zwischen den Trägerstößen. Hier hinge das Restrisiko der Passgenauigkeit vom Erfolg der handwerklich anspruchsvollen Richtarbeit ab, die nur wenige Richtmeister bewerkstelligen könnten. Die Baustellenlogistik wäre ebenfalls aufwendig, z. B. müssten schwerlastfähige Gerüste unterhalb der Fahrbahn errichtet werden.

Variante 3 kalkulierte nur Richtarbeiten ein – eine kostengünstige Reparatur. Aufgrund der Eigenspannung der Brücke und weil der metallografische Querschnitt ergab, dass sie sich erheblich verzogen hatte, war das Risiko des Misserfolgs hoch. Auch die Aufwendungen wären erheblich. Von dieser Variante riet man bereits im Vorhinein ab.

Nach ausführlicher Beratung entschieden sich die Parteien, Variante 2 umzusetzen – technisch und ökonomisch optimal. Sie hatte zudem folgenden großen Vorteil: Die vielbefahrene Autobahnbrücke musste nicht für mehrere Jahre gesperrt werden.

BU-Schaden Getränkehersteller: Wasserentnahme aus einem Tiefbrunnen bei Unfallstelle vorsorglich gestoppt und Trinkwasser anderweitig bezogen – BU-Schaden könnte drohen, aber eher unwahrscheinlich; Ermittlung möglicher Schadstofffahne im Grundwasserstrom

Fazit Rückversicherung: Verschiedene Positionen waren gedeckt, ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe (€) aber nicht zu erwarten; die Reserve lag nach ersten Schätzungen im zweistelligen Millionenbereich (€), etwa die Hälfte des Originalschadens würde von der Münchener Rück übernommen werden.

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