Das Ausmaß des Schadens

Das Feuer zerstörte den Kraftstofftank vollständig. Durch die extreme Hitzeentwicklung kollabierte die Tankwand nach innen und der Tank brach in sich zusammen. Auch der externe Feuerschutz, der aus einer Ringleitung und einem Verteiler für das Feuerlöschmittel bestand, war nicht mehr zu verwenden.

Vermutungen zur Ursache des Brandes

Am Schadentag berechnete der verantwortliche Verfahrensingenieur die Rezeptur der nötigen Zusätze, um die gewünschte Produktqualität (Oktanzahl) des Kraftstoffes zu erhalten. Spätnachmittags setzte die Leitzentrale die Pumpen in Betrieb, welche die angeforderte Butanmenge aus dem kugelförmigen Gastank in den Tank zumischen.

Bei der Prüfung der Berechnung stellte sich heraus, dass der Verfahrensingenieur fast das Dreifache der notwendigen Menge an Butan angefordert hatte. Die Löslichkeit des Butans im Rohbenzin war aber nicht groß genug, um die zusätzliche Menge aufzunehmen. Unter dem Schwimmdach des Tanks muss sich deshalb eine Gasblase gebildet haben. Das Butan, schwerer als Luft, wird dann über die Schwimmdachdichtung ausgetreten und über die Tankwand auf das umliegende Gelände geflossen sein.

Es bleibt bei geringem Überdruck zwar flüssig, verdampft aber leicht bei atmosphärischem Druck und bildet dabei mit der Luft ein explosives Gasgemisch.

Zwei Komponenten des so genannten Feuerdreiecks waren somit vorhanden: brennbares Gas und Luftsauerstoff. Diese Blase aus explosivem Gasgemisch breitete sich in der Umgebung des Tanks in der bodennahen Luftschicht aus, bis eine Zündquelle erreicht war. Mehrere Möglichkeiten für die dritte Komponente – die Zündquelle – wurden untersucht und folgende Schlussfolgerungen kommen in Betracht:

Möglich ist, dass sich das Schwimmdach des Tanks bei einer sehr schnellen Freisetzung des Gases rasch abgesenkt hat. Der Kontakt des Daches mit dem Metall der Tankinnenwand hat dann einen Funken erzeugt, der das Gas entzündete.

  • Denkbar erscheint auch, dass der Wachmann verbotenerweise eine Zigarette rauchte oder sich – ebenfalls unerlaubt – ein Abendessen auf einem kleinen Kocher zubereitet hat. Der Wachmann bestritt jeden Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften der Raffinerie: Die Brandursache blieb ungeklärt.
Die Leistung des Feuerversicherers

Die Feuerversicherung haftet für den Schaden unabhängig von der Brandursache. Der Versicherungsnehmer hatte aus seiner Police Anspruch auf folgenden Kostenersatz:

  • Beseitigung des zerstörten Kraftstofftanks und der Verschmutzungen auf dem Gelände
  • Transport und Aufbau eines Ersatztanks (Neuwert)
  • Entschädigung für den verbrannten Kraftstoff – Aufwendungen für den Einsatz der Feuerwehren

Der Schaden für den Feuerversicherer wird auf 1,75 Millionen € beziffert.

« zurück