Versicherung von Maschinen

Seit Beginn der Industrialisierung ist die Zahl von Maschinen und technischen Einrichtungen sowie deren Komplexität und Größe stetig gewachsen.

Insbesondere in den industrialisierten Ländern sind die Menschen auf funktionierende technische Anlagen und Maschinen angewiesen. Diese Entwicklung verursacht einen immer größeren Kapitaleinsatz für Anschaffung, Betrieb und Instandhaltung.

Aufgrund hoher Investitionskosten und steigender Abhängigkeit der Betriebe von ihren technischen Anlagen können Maschinenschäden zu hohen finanziellen Verlusten bei Eigentümern und Betreibern führen. Dieser finanzielle Schaden kann auftreten als Sachschaden oder daraus resultierender Vermögensschaden wegen Stillstand oder Ausfall des Betriebes.

Die Versicherungswirtschaft begann daher schon Anfang des letzten Jahrhunderts, den Eigentümern und Betreibern Versicherungen gegen Maschinenschäden anzubieten, die über die Schäden hinausgehen, die von der Feuerpolice abgedeckt werden. Übernommen wird das finanzielle Risiko, das durch einen plötzlichen und unvorhergesehenen Maschinenschaden eintreten kann. Durch die Versicherung der technischen Anlagen und Maschinen können Eigentümer und Betreiber darauf verzichten, Rücklagen für Maschinenschäden zu bilden, ohne deshalb bei einem späteren Schaden in ihrer Liquidität eingeschränkt zu sein.

Älteste technische Versicherung: Versicherung gegen Kesselexplosionen

Die älteste technische Versicherung ist die Versicherung gegen Kesselexplosionen. Sie wurde eingeführt, nachdem zunehmend Schäden durch explodierende Dampfkessel aufgetreten waren. Anfang des letzten Jahrhunderts führte die Münchener Rück zusammen mit weiteren deutschen Versicherungsunternehmen die Versicherung gegen Maschinenbruch ein. Die Deckungsform erstreckte sich auf alle Maschinen und technischen Einrichtungen eines Betriebes.

In den 1920er-Jahren schuf man zusätzlich eine Versicherung für Schwachstromanlagen. Darunter wurden vor allem Telefone und Fernschreiber versichert. In den 1950er-Jahren wurde daraus die Elektronikversicherung. Insbesondere die Entwicklung der EDV, der Elektromedizin und der Nachrichtentechnik erfordert moderne Deckungskonzepte von den Versicherern.

Mit zunehmender Betriebsabhängigkeit von den versicherten technischen Anlagen und Maschinen sowie der hohen Vermögensschäden durch Betriebsunterbrechungen führte man schließlich die Versicherung gegen Maschinen-Betriebsunterbrechung ein. Für viele Unternehmen kann der Ausfall einer wichtigen Produktionsanlage den Bankrott bedeuten.

Das neueste Produkt der Münchener Rück ist die Erweiterte Maschinenversicherung, eine Allgefahrenpolice. Sie bietet den klassischen Deckungsumfang der vorgenannten Policen mit Komponenten aus der klassischen Feuerversicherung.

Obwohl sie schon knapp 100 Jahre bestehen, sind die technischen Versicherungen ein dynamischer junger Zweig der Versicherungswirtschaft, der den technischen Entwicklungen folgt. Der Versicherer von technischen Anlagen und Maschinen muss vielseitig sein und permanent seine Produkte an ein verändertes technisches Umfeld anpassen. Gelingt es ihm, mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten, kann er – gestützt auf die Erfahrung zahlreicher Schäden – ein unentbehrlicher Ratgeber für die Industrie werden und künftige technische Entwicklungen mit beeinflussen.

Die Münchener Rück hat es sich zur Aufgabe gemacht, die technische Entwicklung mit einem großen Team von Ingenieuren eng zu begleiten. Ziel ist es, mit deren Erfahrung den Zedenten als unentbehrlicher Ratgeber zur Seite zur stehen und sie dabei zu unterstützen, unterschiedliche Risiken zu beurteilen und adäquate Bedingungen festzulegen. Das versetzt die Münchener Rück in die Lage, nicht nur in Fragen der Akquisition, sondern auch in der Schadenverhütung und -abwicklung einen umfassenden Kundendienst zu leisten.