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Ausgewählte versicherungsrelevante Beiträge rund um das Thema Gentechnologie.

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1. Quartal 2007

Gentechnisch veränderte Pflanzen: weltweiter Anbau und Bedeutung für Ökonomie und Umwelt

Der ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications) veröffentlichte seinen Bericht zum Stand des weltweiten Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen im Jahr 2006. Demnach stieg die Anbaufläche gentechnisch veränderter Pflanzen im Vergleich zu 2005 erneut, und zwar um 13 % auf 102 Millionen ha weltweit. 10,3 Millionen Landwirte in 22 Ländern bauen derzeit GV-Pflanzen an, weitere 29 Länder haben den Import für Futter und Lebensmittel zugelassen. Von den 10,3 Millionen Landwirten stammen 9,3 Millionen aus Entwicklungsländern: 6,8 Millionen Bauern kommen allein aus China und 2,3 Millionen aus Indien.

Nach wir vor ist die USA Spitzenreiter im Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen mit 54,6 Millionen ha oder 53 % der globalen Fläche. Weitere wichtige Produzenten sind Argentinien, Brasilien, Kanada, Indien und China. Indien hatte 2006 die höchste Wachstumsrate von 191 %, hier hat sich die Fläche mit insektenresistenter Baumwolle verdreifacht. In Südafrika stieg die Fläche um 180 %, auf den Philippinen um 100 %. Die Anbaufläche in Europa ist vergleichsweise klein: 60.000 ha in Spanien und 8.500 ha in den Ländern Frankreich, Tschechische Republik, Portugal, Slowakei und Deutschland.

Die am häufigsten angebaute GV-Pflanze ist unverändert die Sojabohne mit 58,6 Millionen ha bzw. 57 % der globalen Fläche, gefolgt von Mais (25,2 Millionen ha bzw. 25 %), Baumwolle (13,4 Millionen ha oder 13 %) und Raps (4,8 Millionen ha bzw. 5 %). Im Jahr 2006 wurde eine neue GV-Pflanze kommerzialisiert: die herbizidtolerante Alfalfa (Luzerne). Sie wurde in den USA auf 80.000 ha angepflanzt. Daneben gibt es kleine Mengen von GV-Zucchinis und GV-Papayas sowie inoffiziellen Angaben zufolge GV-Reis im Iran.

Der Marktwert von GV-Pflanzen für 2006 wird auf 6,15 Milliarden US$ bzw. 16 % des globalen Pflanzenschutzmittelmarkts bzw. 21 % des weltweiten Saatgutmarkts geschätzt. Für 2007 wird ein Marktwert von 6,8 Milliarden US$ erwartet. Eine Studie von Brookes und Barfoot (2006) nennt für das Jahr 2005 einen Mehrgewinn für die Landwirte von 5 Milliarden US$. Über den Zehnjahreszeitraum 1996–2005 ist ein Mehrgewinn von 27 Milliarden US$ entstanden; die Einsparung an Pestiziden in diesem Zeitraum wird auf 224 Millionen kg Wirkstoff beziffert, was einer 15%igen Reduktion des Umwelteinflusses, gemessen mit dem EIQ (Environmental Impact Quotient), entspricht.

Ausblick

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen sollte sich weiter positiv entwickeln. Für 2010/11 werden die ersten trockenheitstoleranten Pflanzen im kommerziellen Anbau erwartet, ebenso GV-Pflanzen mit Qualitätsmerkmalen. Dies wird die Akzeptanz der grünen Gentechnik vermutlich auch in Europa langsam verbessern.