Gentech-Information

Ausgewählte versicherungsrelevante Beiträge rund um das Thema Gentechnologie.

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3. Quartal 2004

Transgene Soja - warum so erfolgreich?

Mehr als 55 % der weltweiten Sojaanbaufläche ist mit transgenen, meist herbizidtoleranten Sorten bestellt; in den USA beträgt der Anteil 85 %, in Argentinien sogar 95 %. Transgener Mais hat dagegen einen Anteil von 11 % an der globalen Maisanbaufläche und einen Anteil von 40 % in den USA. Warum ist die transgene Sojabohne so erfolgreich?

Da ihr ein Herbizidtoleranzgen übertragen wurde, übersteht die Sojabohne den Einsatz von Breitband- bzw. Totalherbiziden, die Unkräuter zuverlässig vernichten. Das erleichtert die Unkrautkontrolle erheblich. Statt mehrerer Spritzungen reicht in der Regel eine Anwendung aus, was Arbeit, Maschinen und Betriebsmittel spart. Man kann im Nachauflauf spritzen, prophylaktische Spritzungen sind nicht mehr erforderlich und der Landwirt ist zeitlich flexibler.

Breitbandherbizide werden schnell abgebaut und weil sie effektiv wirken, kann die Bodenbearbeitung vereinfacht werden. Insgesamt profitiert also auch die Umwelt. Trotz Technologiegebühr ist folglich der Anbau herbizidtoleranter Soja für den Landwirt attraktiv.

Untersuchungen aus den USA über den Herbizidverbrauch der Jahre 1996-2003 haben aber ergeben, dass die Herbizidanwendungsrate (Wirkstoff pro Flächeneinheit) bei transgener Soja mittlerweile höher ist als bei konventioneller. Es werden zwei bis drei Anwendungen gemacht und zusätzlich meist noch andere Herbizide eingesetzt, um Resistenzen und Veränderungen in der Unkrautpopulation aufzufangen.

Zudem liefern transgene Sojabohnen im Durchschnitt niedrigere Erträge (von -12 % bis +5 %), was möglicherweise an einer gehemmten Stickstofffixierung bei Trockenheit und einer Anfälligkeit gegenüber Krankheiten liegt. Insgesamt gab es bei den Ergebnissen große regionale Schwankungen.