2. Quartal 2004
Gute oder schlechte Zeiten für die grüne Gentechnik in der EU?
Monsanto, Dupont und Bayer haben ihre Biotech-Forschung bereits aus England
abgezogen, Syngenta hat den gleichen Schritt Anfang Juli bekannt gegeben. BASF
warnt mit der Verlagerung ihrer Genforschung aus Europa in die USA. KWS stellt
Freilandversuche in Deutschland ein. Einige Wochen ist es her, dass selbst in
den USA Monsanto den Zulassungsantrag für einen herbizidresistenten Weizen
zurückgezogen hat.
Die einstige Euphorie scheint einer gewissen Ernüchterung zu weichen. Was
sind die Gründe dafür?
Die kritische Haltung der europäischen Verbraucher. Weder Bevölkerung noch
Landwirte scheinen gentechnisch veränderte Produkte verwenden oder kaufen zu
wollen. Viele Handelsketten haben verkündet, keine gentechnisch veränderten
Produkte zu vermarkten.Gentechnikgegner, die Versuchsfelder zerstören oder Produzenten unter Druck
setzen (Beispiel Gen-Milch).Das Gentechnikgesetz in Deutschland mit seinen strengen Haftungsregeln, das den
Bauernverband dazu veranlasst hat, seinen Mitgliedern vom Anbau gentechnisch
veränderter Pflanzen dringend abzuraten.Die Mitteilung des GDV, dass die Branche keine Ertragsschäden aufgrund von
Pollenflug versichern werde. Die Saatgutfirmen wollen ihrerseits auch keine
Haftungsfreistellung geben.
Dem zu widersprechen scheinen andere Meldungen wie z. B. das Ende des
europäischen Moratoriums mit der Zulassung des ersten GV-Maises, die ständig
wachsende Anbaufläche gentechnisch veränderter Kulturen weltweit, die Hoffnung,
die die FAO im Kampf gegen den Hunger in die Gentechnik setzt.
Weltweit ist die grüne Gentechnik nicht mehr auf zu halten. Wohin aber die
Reise für die grüne Gentechnik in Deutschland und Europa geht, lässt sich
derzeit wohl kaum sagen.