1. Quartal 2004
Geheimnis der "ewigen Jugend" von Stammzellen entdeckt
Eine Chemikalie könnte dabei helfen, menschliche Stammzellen therapeutisch
einzusetzen. Eine simple Seeschnecke hat Wissenschaftlern geholfen, die Signale
zu erkennen, die Stammzellen jung halten.
Menschliche embryonale Stammzellen (ES) können sich zu allen
unterschiedlichen Zellarten des Körpers entwickeln. Sie könnten für Patienten
Ersatzgewebe liefern, jedoch gibt es noch einige Hürden zu überwinden, die das
derzeit verhindern. Ein Problem ist, dass Wissenschaftler noch nicht wissen, wie
die Umwandlung einer Zellart in eine andere zu steuern ist. Ein anderes ist,
dass die Zellen nicht ohne Hilfe von Mäusezellen wachsen können, d. h., sie
können mit Mausmaterial oder gar Mausviren vermischt sein.
Ali Brivanlou von der Rockefeller-Universität in New York behandelte
ES-Zellen mit einer BIO genannten Chemikalie aus Seeschnecken. Diese hat
ES-Zellen daran gehindert, sich zu spezialisierten, ausgereiften Zellen zu
entwickeln. BIO aktiviert dabei in ES-Zellen eine Reihe von Proteinsignalen
(Wnt-Signalweg). Indem Wissenschaftler den Wnt-Signalweg kontrollieren, könnten
sie den Stammzellen befehlen, entweder "jung" zu bleiben oder sich zu
spezialisieren. Substanzen wie BIO könnten auch die Notwendigkeit von
unterstützenden Mauszellen beseitigen, die normalerweise die Proteine
produzieren, welche die Stammzellspezialisierung stoppen.
"Wenn wir Stammzelltherapien wollen, benötigen wir Zelllinien, die nie in
irgendwelchen fremden Proteinen gewachsen sind", sagt Brivanlou.