Dr. Achim Regenauer

Die Genrevolution - eine Herausforderung für Versicherer

Das menschliche Erbgut haben Forscher inzwischen vollständig entschlüsselt. Was erwartet uns jetzt aus den Labors? Welche Entwicklungen birgt die gentechnologische Zukunft? Dr. Achim Regenauer, Chefarzt der Münchener Rück, erklärt, wie sich die Genrevolution auf die Assekuranz auswirken könnte.

"Wir alle sind muschelsuchende Kinder am Ozean der Wahrheit", hat Isaac Newton einmal gesagt und angesichts der Umwälzungen in Bio- und Gentechnologie empfinden heute viele Menschen ähnlich wie der berühmte Physiker vor 300 Jahren. Wie eine Flutwelle überrollen uns Entwicklungen, die sich aus der Entschlüsselung des Erbguts ergeben. Viele Nachrichten aus den Genlabors wirken faszinierend, einige beängstigend. Niemand weiß, in welche Richtung der Fortschritt gehen wird. Sicher scheint nur: Die Assekuranz wird auch zu den unmittelbar betroffenen Branchen gehören.

Biotechnologie wird die treibende Kraft

Für diese These gibt es eine ganze Reihe Belege. Da ist zuallererst die boomende Bio- und Gentechnologie, deren Potenzial es zu bewerten und zu versichern gilt. Gerade mal zwei Jahrzehnte jung, beflügelt sie heute schon die Fantasien von Analysten und Anlegern. "In 30 Jahren", prophezeit James Strand von International Venture Partners, "werden Genomik und Biotechnologie die treibenden Kräfte unserer Wirtschaft sein." Für uns entsteht da ein ganz neuer, hochinteressanter Kundenkreis. Da sind zum anderen die potenziellen ökologischen Risiken, die sich aus der grünen Gentechnik (also dem Anbau gentechnologisch veränderter Pflanzen) ergeben. Nehmen wir einmal an, die Befürchtungen der schärfsten Genkritiker träten ein und es entständen resistente Superunkräuter - wer würde für den Schaden haften?

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