Die Geschichte der Genetik und Gentechnologie
Seit 1865 wird schon an der Koidierung der Genetik geforscht. Doch erst in den letzten 25 Jahren erlebt die Gentechnologie einen rasante Entwicklung.
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1865: "Versuche über Pflanzenhybriden" des Augustinermönches Gregor Mendel bilden die Grundlage der Genetik.
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1869: Der Schweizer Pathologe Friedrich Miescher entdeckt in Fischspermien und anderem biologischen Material die Nukleinsäuren.
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1888: Wilhelm von Waldeyer entdeckt die Chromosomen.
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1900: Carl Correns, Erich v. Tschermark und Hugo de Vries entdecken die Mendelschen Gesetze wieder.
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1902: Theodor Boveri begründet die Chromosomentheorie der Vererbung; die erste autosomal dominante Erkrankung, die Kurzfingrigkeit, wird von William C. Frabee beschrieben.
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1906: Der Begriff "Genetik" für die Gesetze von Vererbung und Variation wird von William Bateson eingeführt.
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1909: Die ersten autosomal rezessiv vererbten Stoffwechselerkrankungen werden von Archibald Garrod beschrieben.
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1915: Thomas H. Morgan arbeitet in seinem berühmten "Fliegenraum" die Chromosomentheorie der Vererbung sowie der Mutation aus.
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1944: Die DNA wird von Oswald Avery, Colin McLeod und Maclyn McCarty als Träger der genetischen Information erkannt.
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1953: Die Doppelhelixstruktur der DNA wird von James D. Watson und Francis Crick aufgeklärt.
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1966: Severo Ochoa, Marshall W. Nirenberg, Heinrich Matthei und Har Gobind Khorana entziffern den genetischen Code als Grundlage der Proteinsynthese.
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1972: John Mertz und Ronald Davis entdecken die Kombinierbarkeit von Genfragmenten nach der Verwendung von Restriktionsenzymen.
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1973: Das erste rekombinante Bakterium wächst in den Labors von Stanley Cohen und Herbert W. Boyer.
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1975: Konferenz in Asilomar, Kalifornien. Erster Kongress über Risiken der Gentechnologie. Ausgehend von einem freiwilligen Moratorium werden in den USA Richtlinien für das Arbeiten mit rekombinanten DNA-Molekülen erarbeitet.
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1976: Die erste Biotechnologiefirma - Genentech Inc. - wird gegründet.
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1977: Allan M. Maxam, Walter Gilbert und Frederik Sanger entwickeln zwei Methoden zur raschen DNA-Sequenzierung.
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1980: Geburtsstunde der "grünen Gentechnologie". Erstmals gelingt das Einbringen von genetischem Material in Zellkulturen mithilfe des Agrobacterii tumefaciens.
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1980: Der US-Mikrobiologe Ananda Chakrabarty erhält endgültig ein Patent auf Öl fressende Bakterien. Der Oberste Gerichtshof der USA bestätigt damit die Patentierbarkeit von Leben.
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1982: Die Federal Drug Administration (FDA) in den USA lässt in Bakterien hergestelltes Humaninsulin als erstes gentechnisches Arzneimittel zu.
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1983: Die erste gentechnisch veränderte Tabakpflanze steht im Gewächshaus. Sie trägt ein Antibiotikaresistenzgen aus Bakterien; das Gen für die Erbkrankheit Chorea Huntington wird auf dem menschlichen Chromosom 4p kartiert.
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1986: Der weltweit erste Freilandversuch mit einer gentechnisch veränderten Pflanze findet statt; Zulassung des ersten gentechnisch hergestellten Impfstoffes. Er schützt vor dem Hepatitis-B-Virus; das Gen für die Duchenne-Muskeldystrophie wird nach intensiver Suche kloniert.
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1987: Die "Harvard-Krebs-Maus" wird als erstes Tier patentiert.
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1988: Mit der neu entwickelten PCR (polymerase chain reaction) kann DNA in winzigsten Konzentrationen nachgewiesen und vermehrt werden.
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1989: Das Gen für die Mukoviszidose wird nach jahrelanger Suche kloniert.
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1990: Das Human Genome Project (HUGO) startet. Forscher wollen bis zum Jahr 2003 das gesamte menschliche Erbgut entschlüsseln; der erste gentechnisch hergestellte Nahrungsmittelhilfsstoff kommt auf den Markt. Chymosin hilft bei der Käsereifung; die "Kölner Petunien" - die ersten in einem Feldversuch freigesetzten gentechnologisch veränderten Organismen in Deutschland; erster genehmigter Versuch, eine Erbkrankheit mit Genen zu heilen. Mit der Gentherapie wird ein Kind mit "severe combined immunodeficiency" (SCID) behandelt.
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1993: In Deutschland beginnt der erste großflächige Freilandversuch mit einer Zuckerrübe, die resistent ist gegen die Wurzelbärtigkeit (Rhizomania).
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1994: Zulassung des ersten gentechnisch veränderten Lebensmittels durch die amerikanische FDA: die sogenannte Antimatschtomate "Flavr Savr" der Firma Calgene.
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1995: Das Erbgut des Bakteriums Haemophilus influenzae wird als erster Mikroorganismus komplett entziffert.
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1996: Das Genom der Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae wird als erstes höheres Lebewesen komplett entziffert; in den USA beginnt der kommerzielle Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Die Round-up-ready-Sojabohne trägt ein bakterielles Gen, das sie unempfindlich gegen ein Unkrautvernichtungsmittel macht.
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1999: Das menschliche Chromosom 22 wird als erstes komplett entziffert.
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2000: Das erste Pflanzengenom wird entziffert. Es handelt sich um den Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana.
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2001: Die DNA-Sequenz des menschlichen Erbguts wird von zwei konkurrierenden Gruppen, dem öffentlichen Humangenomprojekt (HUGO) und der Firma Celera, veröffentlicht.
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2003: Diverse Säugetiere werden geklont, z. B. Ratte, Wildkatze, Pferd.
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2004: Südkoreanische Forscher schaffen einen Menschenklon, stoppen aber das Experiment im Blastozystenstadium.