15. April 2004
Statements Dr. Jörg Schneider, Mitglied des Vorstands der Münchener Rück zur Bilanzpressekonferenz am 15. April 2004
2003 war ein Geschäftsjahr der Kontraste und des Übergangs. Zum einen: Mit hohen Abschreibungen und einer extremen Steuerbelastung haben wir die Nachwirkungen der vorangegangenen mehrjährigen Börsenbaisse hinter uns gebracht. Hierher kommt der Verlust von 434 Mio. € er ist der Schlussstrich unter drei schwere Jahre. Zum anderen: Wir haben bereits die Wende und den Übergang in eine profitable Zukunft eingeleitet. Das trug 2003 sichtbare Früchte: hervorragende Schaden-Kosten-Quoten in der Erst- und Rückversicherung (EV: 96,4 % / RV: 96,7 %), ein gutes operatives Ergebnis von 2 Mrd. € und eine markante Stärkung der Kapitalbasis.
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Wir haben unseren Umsatz auf hohem Niveau nochmals leicht gesteigert. In Originalwährungen ausgedrückt sind wir mit 7 % sogar deutlich gewachsen. Der feste Euro drückte letztlich auf den Gesamtumsatz; die Bruttobeitragseinnahmen in unserer Bilanzwährung Euro stiegen um 1 % auf 40,4 Mrd. €.
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Das Kapitalanlageergebnis hat sich erfreulich stabilisiert. Neben der ausgewiesenen Rendite von 4,3 % auf unseren Kapitalanlagenbestand haben wir bei den Bewertungsreserven kräftig zugelegt. Nimmt man diese Bewertungsreserven hinzu, so errechnen sich insgesamt 7 %.
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Zu den Steuern: Für unsere Lebens- und Krankenerstversicherer ergab sich zwar durch die gesetzliche Neuregelung kurz vor Jahresende eine gewisse Erleichterung. Mit der Bildung so genannter latenter Steuern haben diese Unternehmen jedoch in erheblichem Maße bereits für Folgejahre Vorsorge getroffen. Auf unser gutes Vorsteuerergebnis von 1,3 Mrd. € entfielen somit 1,8 Mrd. € Steuern; das waren geradezu absurde 135 %. Der Grund: Die Aufwendungen für Abschreibungen auf Aktien und aus Aktienverkäufen waren in der Rückversicherung gar nicht und in der Erstversicherung nur zu einem Teil steuerlich abzugsfähig. Da wir operativ gut verdient haben, blieb die überproportionale Steuerlast.
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Unser Eigenkapital ist deutlich um 5 Mrd. € gestiegen — und das trotz beträchtlicher Einbußen aus Währungsänderungen. Hierzu haben die gute Entwicklung an den Börsen, unser Kapitalanlageerfolg und die Kapitalerhöhung beigetragen. Ein positiver Saldo von fast 7 Mrd. € aus unrealisierten Gewinnen und Verlusten auf Wertpapiere und weitere 1,8 Mrd. € nichtbilanzierte Bewertungsreserven tragen maßgeblich zu der soliden Basis unserer Gruppe bei.
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In der Rückversicherung haben wir mit einem Gewinn von 1,6 Mrd. € hervorragend verdient. Eine Schaden-Kosten-Quote in der Nichtlebens-Rückversicherung von 96,7 % ist auch im langjährigen historischen Vergleich ausgezeichnet. Das Spitzenergebnis belegt den Erfolg der konsequenten Ertragsorientierung der Rückversicherungsgruppe.
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In der Erstversicherung hatten wir mit den Spätfolgen der schwachen Kapitalmärkte zu kämpfen. Aber die Richtung stimmt — auch wegen der geänderten Führungsstruktur bei der ERGO — und nun geht es aufwärts. In der Lebensversicherung haben wir für unsere Produktpolitik das Notwendige auf den Weg gebracht. In der Schaden-/Unfall- und Rechtsschutz-Erstversicherung war die ERGO schon bisher gut; die auch im Marktvergleich niedrige Schaden-Kosten-Quote von nur 96,4 % unterstreicht erneut die hohe Geschäftsqualität.
Für 2004 erwarten wir einen leichten Umsatzanstieg. Aber: Gewinn geht vor Wachstum. Wir wollen die 2003 bewiesene operative Stärke nun auch in Konzerngewinn umsetzen und stehen zu unserem Ziel, im Jahr 2004 einen Jahresüberschuss von 2 Mrd. € zu erwirtschaften. Nachhaltig bleibt eine Eigenkapitalverzinsung von 12 % unsere Richtschnur.