11. Juli 2007
Pressemitteilung
Münchener Rück begrüßt Vorschlag für Solvency II / Finanzvorstand Jörg Schneider: "Die neuen Aufsichtsregeln bringen Riesenfortschritte für die Versicherungswirtschaft." / Rasche und konsequente Umsetzung nützt Versicherungskunden sowie Versicherungsunternehmen und stabilisiert die europäischen Finanzmärkte / Rolle der Rückversicherung als Risikoträger wird gestärkt
Die Münchener Rück unterstützt den Richtlinienvorschlag für Solvency II, der gestern beschlossen wurde. Solvency II steht für eine EU-Initiative, mit der die nationalen Versicherungsaufsichtssysteme fundamental umgestaltet werden in Richtung einer streng ökonomischen, an den Risiken orientierten Aufsicht.
Finanzvorstand Jörg Schneider: "Die geplanten neuen Regeln werden für die Versicherer ein riesiger Fortschritt sein. Der gestern vorgelegte Vorschlag ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg."
Die Münchener Rück wird den Vorschlag in den nächsten Wochen im Detail analysieren und ihre Meinung in die zuständigen Gremien einbringen.
Schneider äußerte sich anerkennend: "Es ist beeindruckend, in welch kurzer Zeit die EU-Kommission mithilfe der in CEIOPS organisierten europäischen Versicherungsaufsichtsbehörden einen Vorschlag dieser Qualität erarbeiten konnte."
Zwar gebe es Kritik an einzelnen Details. So sollten laut Schneider in der endgültigen Richtlinie die Ausgleichswirkungen verschiedenartiger Risiken stärker berücksichtigt und sollte die Aufsicht über Unternehmensgruppen noch wirkungsvoller gestrafft werden: "Wir sind aber zuversichtlich, die Verbesserungsmöglichkeiten im Dialog mit den politischen Instanzen aufzeigen zu können. Wichtig ist nun, dass die guten wirtschaftlichen Grundsätze des Richtlinienvorschlags im weiteren Verlauf der europäischen und nationalen Gesetzgebungsverfahren konsequent umgesetzt werden."
Mit Blick auf die nächsten Schritte erklärte Schneider: "Wir hoffen, dass der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann und die Rahmenrichtlinie bis Anfang 2009 verabschiedet wird. Das nützt den europäischen Versicherungskunden sowie den Versicherungsunternehmen und stabilisiert die europäischen Finanzmärkte."
Auch für die Rückversicherung ergeben sich weit reichende Auswirkungen. Rückversicherer unterliegen als beaufsichtigte Unternehmen den anspruchsvollen Solvency-II-Regelungen. Zugleich ergeben sich für sie neue geschäftliche Perspektiven: Unter den verbesserten aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen entlastet Rückversicherung die Erstversicherer noch wirkungsvoller von dem Kapitalbedarf, der aus ihren Spitzenrisiken resultiert. "Gefragt sind Lösungen, die sich künftig noch stärker an individuellen Risikoparametern orientieren und ein hohes Maß an Flexibilität bieten", so Schneider. "Von daher passt das Thema Solvency II genau in die Zielsetzung unseres Programms Changing Gear: Mit solch maßgeschneiderten Produktkonzepten werden wir profitabel wachsen."
Die Münchener-Rück-Gruppe ist weltweit tätig, um aus Risiken Wert zu schaffen. Für das Geschäftsjahr 2006 legte sie mit 3.536 Mio. € den bisher höchsten Gewinn der über 126-jährigen Unternehmensgeschichte vor. Ihre Beitragseinnahmen beliefen sich auf ca. 37 Mrd. €, die Kapitalanlagen auf rund 177 Mrd. €. Die Gruppe ist durch besonders ausgeprägte Diversifikation, Kundennähe und Ertragsstabilität gekennzeichnet: Sie ist mit rund 37.000 Mitarbeitern an über 50 Standorten der Welt vertreten und in allen Versicherungssparten aktiv. Mit Beitragseinnahmen von rund 22 Mrd. € im Jahr 2006 allein aus der Rückversicherung ist sie einer der weltweit führenden Rückversicherer. Ihre Erstversicherungsaktivitäten bündelt die Münchener-Rück-Gruppe vor allem in der ERGO Versicherungsgruppe; sie ist zweitgrößter Anbieter auf dem deutschen Erstversicherungsmarkt und führender Anbieter auf dem europäischen Versicherungsmarkt sowohl bei Gesundheits- als auch bei Rechtsschutzversicherungen. Die ERGO Versicherungsgruppe ist in 25 Ländern präsent; 33 Millionen Kunden vertrauen den Leistungen, der Kompetenz und der Sicherheit der ERGO.
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München, den 11. Juli 2007
Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft
gez. Dr. Schneider gez. Dr. Lawrence